[Setup] Einfaches Beauty Setup

Letztens im Studio wurde ich gefragt, warum ich einen Blitz so nah vor die Wand steht und warum ich mein Lichtsetup so aufbaue, wie es gerade dort stand… Das hab ich mir zum Anlass genommen das dort aufgebaute Lichtsetup etwas ausführlicher zu beschreiben und einige Beispielbilder dazu zu zeigen. Hier erstmal das Ergebnis.

Das fertige Bild dazu ist an dem Workshopwochenende zusammen mit Cornelius Fischer in der Schweiz entstanden. Model war Mel und geschminkt wurde das ganze von Sara Woodtli. Aber das nur am Rande.

Was haben wir hier gemacht…

Nun wir haben eine große Hensel Octabox seitlich neben das Model gestellt. So groß, dass die Seite aber auch noch das Gesicht von vorne schön weich ausgeleuchtet wurde. Damit die andere Gesichtshälfte hierbei nicht zu dunkel wird, haben wir das ganze von der linken Seite mit einem großen Reflektor aufgehellt… Also eigentlich ein ganz einfaches Lichtsetup. Zusätzlich wollen wir noch den Hintergrund vignettieren. Nicht in Photoshop, sondern direkt bei der Aufnahme. Dazu haben wir einen Hensel Blitz auf einem Bodenstativ direkt hinter das Model gestellt und mit einer Wabe versehen, damit der Spot nicht zu groß wird. Durch den Abstand zwischen Blitz und Wand kann ich nun den Spot und die Vignette steuern. Je näher an die Wand, desto kleiner der Spot, je weiter weg desto größer der Spot und umso kleiner die Vignette. Dadurch kann ich die Vignettierung in dem Bild sehr fein steuern.
Zustäzlich kann ich aber auch mit dem Aufheller der auf der linken Seite steht die Ausleuchtung des Gesichts sehr feinfühlig steuern. Wenn ich den Aufheller ganz weglasse, habe ich schöne konturierte Schatten im Gesicht und mit dem Aufheller kann ich diese fast ganz aufhellen. Dadurch ist es mir möglich mit wenig Aufwand die Lichtsetzung im Gesicht sehr zu variieren. Dazu hab ich mal 2 Beispielbilder eingestellt. Einmal mit Aufheller (Rechts) und einmal ohne Aufheller (Links).


Einzigster Haken an diesem Lichtsetup…. ich muss sehr genau darauf achten, wie ich mit der Kamera zu meinem Model stehe. Ich muß genau in einer Achse mit dem Model und meinem Hintergrund Blitz stehen. Kleine Abweichungen dazu bewirken, das der Spot und die Vignette nach Links oder Rechts verschoben wird. Ansonsten habe ich damit ein sehr einfaches aber effektives und schönes Lichtsetup, was ohne großen Aufwand aufgebaut ist.

Zum Schluss nochmal alle Bilder dazu und noch ein weiteres Beispielbild.

In dem Zusammenhang möchte ich auch nochmal an unsere Workshops im Februar erinnern: Klick

[Setup] Golden Glamour Beauty

Leider war es mal wieder länger ruhig auf dem Blog (die Zeit rennt).. doch nun möchte ich endlich mal wieder ein neues Setup präsentieren. Passend zum goldenen Herbst.

Golden ist denn auch schon das Sprichwort. An einer der letzten Kreativsessions mit unserem Studioteam, war Gold das Thema für Stylings und Fotos. Unsere Visagistinnen Sara und Mirjam haben sich dabei ordentlich ins Zeugs gelegt und zwei Models wunderschön gestylt und dabei vor allem auf Goldpigmente zurückgegriffen.

Ich selber hab mir eine Weile den Kopf zerbrochen wie ich das Thema Gold, fotografisch mit einbinden soll. Ein goldig warmer Hintergrund, am besten mit Reflexen und Struktur musste her. Dabei nicht zu teuer und einfach im Studio aufzubauen.

Des Rätsels Lösung waren Rettungsdecken, wie man sie aus dem Erste Hilfe Koffer kennt. Eine Seite silbrig und die andere goldig. Also gings ab in Baumarkt und für ein paar wenige Franken mit zwei Rettungsdecken wieder retour ins Studio. Die Montage erwies sich denkbar einfach. Die Decken nach dem Auspacken ordentlich zerknüllen (damit viele Falten und Knitter entstehen) und dann mit Malerklebeband an die Wand kleben.

So damit war der Hintergrund für die Fotos schon mal gesetzt. Jetzt ging es nur noch darum eine passende Beleuchtung zu finden. Final sollten ja glamouröse Beautyportraits den Weg in die Kamera finden. Also habe ich mich für eine sehr weiche Ausleuchtung entschieden, die dennoch eine leichte ganz leichte Dominanz auf der Kameraachse nach Unten erzielt. Dafür habe ich eine 140er Octabox auf einem Galgen, sowie zwei grosse Sunbounce Pro Reflektoren mit silberner Bespannung benutzt. Weiter wollte ich den Hintergrund schimmern lassen, so ähnlich wie eine Wasseroberfläche auf welche die Abendsonne scheint. Also habe ich eine harte Lichtquelle benutzt, direkt auf die zerknitterten Rettungsdecken gerichtet, um diese anzustrahlen. In Kombination mit einer offenen Blende ergab das schon mal ein ansehnliches Ergebnis.

Ganz zufrieden war ich an dieser Stelle jedoch auch noch nicht. Zum einen war mir der Hintergrund noch etwas zu dominant und der letzte Kick Glamour fehlte mir an dem Foto. Um den Bildern noch etwas knackigeres zu geben, kamen noch zwei Streiflichter dazu, welche Gesicht und die Schulterpartien mehr hervorheben.

Den Hintergrund softer und weniger dominant zu gestalten war dann auch kein schwieriges Unterfangen mehr. Etwas dezent eingesetzter Kunstnebel, der gezielt zwischen Model und Hintergrund geblasen wurde, gab dem Hintergrund die gewünschte weiche Note. So sah der Hintergrund wirklich aus wie eine spiegelnde Wasseroberfläche im Sonnenuntergang. Und schlussendlich standen dann doch so einige Stative im Studio..

Fotografiert habe ich am Schluss mit einer 85mm Festbrennweite und einer 4er Blende. Das hat sich als beste Balance zwischen genügend Schärfentiefe auf den Gesichtern und möglichst weichem und blumigen Hintergrund ergeben.

Und hier das finale Foto von der Session.

“One flash” Beauty Licht

Liebe Blogleser, nun ist es ja schon eine Weile her seitdem hier ein aktueller Beitrag gepostet wurde. Wer jetzt denkt, hinter den Kulissen sei es ruhig geworden hat sich aber getäuscht. Vielmehr hatten wir/ich in den letzten Wochen derart viel um die Ohren, dass wir/ich schlicht nicht dazu gekommen sind uns um neue Beiträge zu kümmern. Mehr dazu aber in den nächsten Tagen. Denn heute möchte ich euch ein weiteres Setup zeigen und erklären.

Auch wenn das Wetter gerade sehr schön draussen ist, so ist es doch noch etwas zu kalt für Outdoor Shootings. Daher gibt es jetzt wieder etwas fürs Studio. Folgendes Foto habe ich an einem meiner letzten Workshops fotografiert.

Ein sehr weiches und dennoch leicht zeichnendes Beauty Licht wurde für das Bild verwendet. Wie man an den Reflexen in den Augen gut erkennen kann, habe ich einen Blitz sowie einen Reflektor als Aufhellung verwendet. Alles in allem ein recht simples Lichtsetup, bei dem man dennoch einiges beachten muss.

Um die Zeichnung ins Bild zu bekommen, sollte man eine möglichst direkte und „harte“ Ausleuchtung verwenden. Ich habe als Hauptlicht ein 44er Softlight  in silber (Beauty Dish) von Elinchrom verwendet. Als Aufhellung kam ein silberner Reflektor zum Einsatz. Und hier gibt es nun einiges zu beachten. Ein silberner Reflektor hat eine sehr hohe Reflektionsleistung, im Gegensatz zu einem weissen (z.B. Styropor). Der Vorteil ist also, dass man den Schattenwurf des Hauptlichtes relativ stark aufhellen kann. Allerdings ist das reflektierte Licht durch die silberne Beschichtung auch sehr direkt und hart. Daher gilt, je grösser die Reflektionsfläche, desto weicher und dezenter wird die Aufhellung. Hier gilt also das gleiche Gesetz, dass die Härte von Blitzlicht bestimmt.

Je grösser die Lichtquelle im Verhältnis zum Motiv, umso weicher wird das Licht.

Das heisst also, das eine 100x100cm Box aus 1m Abstand sehr weiches Licht ergibt. Aus 10m Abstand ergibt die gleiche Box jedoch sehr hartes Licht, da die relative  Grösse zum Motiv nun deutlich geringer ist.

Was heisst das nun für unsere Aufhellung. Benutzen wir einen silbernen Reflektor (hart und direkt) und wollen eine weiche Aufhellung damit erzeugen, dann muss dieser im Verhältnis zum Motiv (Gesicht) also sehr gross sein. Damit ich nun nicht einfach jegliche Schatten weg reflektiert bekomme, muss der Reflektor etwas weiter weg vom Gesicht aufgestellt werden. Somit führt kein Weg an einer sehr grossen Reflektionsfläche vorbei. Im obigen Fall kam demnach ein Sunbounce Pro (130x190cm) zum Einsatz. Dieser war auf einem Stativ montiert und auf Bauchhöhe unter das Gesicht geschoben.

Kommen wir nun noch zum zweiten wichtigen Punkt bei diesem Foto. Und zwar der Hintergrund. Da bereits im Voraus entschieden wurde das Bild als s/w Version zu bearbeiten wollte ich direkt einen grauen Hintergrund erzeugen. Am einfachsten geht dies, gerade bei 1-Blitz Setups, mittels „Ausgrauen“ der weissen Wand hinter meinem Model.

Schauen wir uns mal die Regel zum Lichtabfall an.  Nehme wir an ein Blitz leuchtet auf 1m Abstand eine Fläche von 1x1m aus. Verdoppeln wir nun den Abstand auf 2m, nimmt die ausgeleuchtete Fläche im Quadrat zu. Von 1x1m als auf 2x2m. Somit reduziert sich die Lichtmenge/1m um den Faktor 4 (!!). Was heisst das nun für uns in der Praxis. Verdoppeln wir den Abstand Blitz/Motiv, reduzieren wir die Lichtmenge um 2 Blenden (!!). In unserem Beispiel oben machen wir uns genau dieser Regel zu Nutze. Zwischen Blitz und Motiv besteht ein Abstand von ca. 1.5m. Zwischen Blitz und Hintergrund jedoch ca. 4 Meter. Also etwas mehr als das doppelte. Das heisst also, der Helligkeitsunterschied zwischen Model und Hintergrund beträgt etwas mehr als 2 Blenden. Somit wird aus einer weissen Wand, schlicht eine graue Wand. Um das nochmals etwas zu verdeutlichen, hier nun noch die Lichtskizze zu dem Setup:

Fassen wir also nochmals zusammen:

  • Harte Grundausleuchtung (z.B. Beauty Dish oder Standartreflektor)
  • Aufhellung mittels eines grossen & silbernen Reflektors
  • Hintergrundhelligkeit lässt sich mittels Abstandverhätlnis Blitz/Motiv/Hintergrund steuern

Ihr seht, auch bei einem auf den ersten Blitz relativ simplen Setup, gibt es einiges zu beachten! Wie heisst es so schön, der Teufel liegt im Detail. In diesem Sinne, viel Spass beim Ausprobieren und allzeit gut Licht!

Geld ist nicht immer alles #2…

Heute geht es aber nicht um den Verdienst am Bild, sondern darum, ob man immer die neuste und teuerste Technik braucht, um gute Fotos zu machen. Muss es tatsächlich immer die neuste Kamera, das teuerste Objektiv und der beste Porty sein, um gute Fotos zu machen? Behindert uns manchmal nicht auch die ganze Technik und hält uns vom eigentlichen ab? Vom Fotografieren?? Ich denke, manche lenkt die Technik schon ein wenig ab.

Nehmen wir folgendes Bild…

Aufgenommen mit einfachen Mitteln aber trotzdem ein Bild das wirkt. Aber warum… Darum geht es im heutigen Blog Eintrag.

Dieses Bild ist im Rahmen einer Party entstanden, die ich besuchte. Ohne großen Aufwand, ohne große Technik. Wenn ich Parties besuche, auf denen ich fotografiere, habe ich meistens meinen Rucksack mit Kamera und Objektiven dabei, meinen Aufsteckblitz einen Durchlichtschirm und ein Stativ. Das reicht schon um auch mal tolle Portraits zu schießen ohne direkt ein komplettes Studio aufzubauen.

Als Technik kamen hier meine alte Nikon D100 mit einem Weitwinkel Zoom und mein Blitz, der SB800 zum Einsatz. Der Blitz wurde auf einem Stativ von links eingesetzt und in einen silbernen Reflex Schirm geblitzt.

Ausgelöst wurde das ganze per Funkauslöser (bei mir ein Elinchrome Skyport), wobei man sich auch dort das Geld sparen kann und ein Kabel einsetzen kann. Wichtig ist einfach ein Aufsteckblitz, den man manuell regeln kann und der im optimalen Fall noch eine Synchronbuchse hat. Da tut es jeder alte „billige“ Blitz, den man für wenig Geld auf Ebay ersteigern kann.

Beachten bei einem Bild in dem nur ein Blitz eingesetzt wird, sollte man allerdings wie man das Lichtsetup aufbaut. Ein sehr natürliches Licht kann man oft mit einem Blitz erreichen, wenn dieser richtig positioniert wird. Man muss aber auch mit einigen Nachteilen Leben. Oft fällt das Licht nach unten hin stark ab, was ich immer berücksichtigen sollte. Auch ist bei unserem Bild hier die linke Gesichtshälfte des Models schon fast zu dunkel, was aber der Bildwirkung keinen Abbruch tut. Falls es trotzdem mal zu dunkel werden sollte, kann man ja auch die Schatten mit einem zusätzlichen Reflektor wieder ein wenig aufhellen. Wie man an dem leichten Nasenschatten erkennen kann, wurde der Blitz leicht über dem Model positioniert. Das hat den Vorteil dass das Licht den Körper wunderbar modelliert und der Körper nicht zu platt wird. Je tiefer ich den Blitz einsetze, umso flacher wird auch das Licht. Also sollte man den Kopf des Models immer leicht zum Licht drehen. Je weiter ich den Kopf vom Licht weg bewege, umso dunkler wird das Gesicht werden. Je höher ich das Licht positioniere, umso dunkler werden die Augen werden. Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl nötig und ein wenig Ausprobieren um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Licht und Schatten zu erreichen. Insgesamt aber ein Licht was ich sehr mag, da es natürlich ist, den Körper modelliert und schöne Glanzlichter auf dem Latex hinterlässt.

Das Licht ist in diesem Bild ist aber nicht alles. Diese Aufnahme lebt von den Farbkontrasten, den Linien und Flächen.

Schwarze Fliesen und ein pinkfarbenes Latexkleid…. Das Kleid leuchtet automatisch, hebt sich vor den schwarzen Fliesen ab und bildet einen wunderbaren Kontrast zu dem ansonsten dunklen und monochromen Hintergrund. Die geflieste Wand ist aber auch sehr „kahl“ und nichts lenkt das Auge von dem Model ab. Dieser starke Farbkontrast führt dazu, dass das Auge automatisch an dem Model hängen bleibt.

Beim platzieren des Model nahm ich mir einige virtuelle Linien zur Hilfe. Das Model wurde inmitten vieler Linien und Flächen platziert. Wenn ich mir wie in dem Bild zu sehen Hilfslinien im 45° Winkel aus jeder Ecke einzeichne, sieht man, dass das Model am Linken Schenkel eines Dreieckes steht. Wobei der Kopf des Models ungefähr in der Spitze des Dreieckes liegt (rote Linien).  Es muss also nicht immer der goldene Schnitt sein. Es gibt auch einige andere Gestaltungsmethoden.

Die räumliche Tiefe in dem Bild wird durch die Fliesen verstärkt. Aus jeder Ecke laufen Linien zu dem Model. Egal ob von links, rechts oder vom Boden aus. Die Fugen der Fliesen führen fluchtpunktartig das Auge zu dem Model. Das verleiht dem Bild eine sehr starke räumliche Tiefe (grüne Linien).

Alles einfache Hilfsmittel mit denen ich ein spannendes Bild aufbauen kann, wenn man sich vorher ein paar Gedanken um das fertige Bild macht. Ich versuche oft meinen Bildern Spannung zu verleihen in dem ich mich an Linien und Fluchtpunkten orientiere.

Deswegen ist mein Tipp vor Ort immer mal nach Locations Ausschau halten. Oft braucht es keine großartigen Locations, kein aufwendiges Studio. Eine schöne Wand, eine tolle Raumecke reicht in den meisten Fällen aus um großartige Fotos zu machen. Meine spannendsten und besten Fotos sind mit sehr einfachen Mitteln erstanden, weil ich mich oft auf das wesentliche Konzentriere. Einen tollen Ausdruck des Models, Farbharmonien oder Bildaufbau und Wirkung. Versucht bei Euren Bildern verstärkt Flächen und Linien zu kombinieren. Das ist schon der größte Teil eines wirkungsvollen Fotos. Wenn man jetzt noch gekonnt ein Licht platziert, kann eigentlich schon nichts mehr schief gehen.

Mit diesen kleinen Anregungen wünsche ich Euch viel Spaß. Probiert mehr aus, macht Euch Gedanken um den Bildaufbau und habt Spaß am Experimentieren!

Mallorca, Tag 5 – Let’s Quadra!

Zugegeben, es ist Tag 6. Aber wie vorgestern wurde es wieder ziemlich spät bis wir nach Hause gekommen sind, da hiess es erstmal Schönheitsschlaf für alle die es nötig hatten. Jetzt sind unsere Visas gerade in den Vorbereitungen für den nächsten Shoot und ich habe daher ein wenig Zeit euch die Fotos näher zu bringen.

Hauptsächlich haben wir mit dem Quadra fotografiert und später noch eine kleine Session mit einem Systemblitz und der Ezybox angehängt. Der Quadra hat leider manchmal zu viel Leistung, wenn man das Hintergrundlicht einfangen will wie zum Beispiel in der kleinen Gasse in Palma. Der Quadra eignet sich aber hervorragend, wenn man den Hintergrund drastisch unterbelichten und das Model dennoch korrekt in Szene setzen will.

Set 1 – Beauty Shot

Morgens an der Finka haben wir noch ein kleines Setup mit zwei Quadras aufgestellt. Einer mit Beauty Dish von links und einer rechts leicht versetzt zum Model, um mit einem Durchleuchtschirm den Hintergrund auszuleuchten. Warum zwei Quadras? Der Quadra hat die Eigenschaft die Blitzleistung asymmetrisch im Verhältnis 2:1 auf die beiden Buchsen A und B zu verteilen. Hat man nun zwei Köpfe an einem Quadra an den beiden A und B Buchsen angeschlossen, so werden beide gleichzeitig eingestellt. Dies ist in vielen Situationen total ausreichend um eine korrekte Belichtung hinzubekommen. Wir hatten jedoch das Ziel noch ein paar Sonnenflecken die sich an dem Morgen boten mit einzufangen und wollten daher den Hintergrund zaghaft und den Vordergrund nur schwach ausleuchten. Daher mussten wir auf zwei Quadras zurückgreifen um zweimal eine B-Buchse (weniger Leistung als A-Buchse) zu Verfügung zu haben.

Set 2 – Hafenanlagen

An den beiden letzten Abenden waren wir in zwei verschiedenen Hafenanlagen. Ich gestatte mir hier jetzt kurz zwei Tage zu mixen. Am ersten Abend waren wir in Port Antrax, schon ziemlich spät. Daher war es nicht weiter schwer den Hintergrund in ein sattes Schwarz zu transformieren und Dominique dank der Deep Octa ins rechte Licht zu rücken (nicht, dass sie dazu eine Octa nötig hätte ;-) ). Die Lichter des gegenüber liegenden Hafens (wir waren dank einem Wellenbrecher ziemlich in der Mitte des Hafenbeckens) haben eine super Stimmung verbreitet. f/2.8, 1/25stel, ISO1600, zwischen 80mm und 180mm.


Gestern waren wir dann noch in Port Sòller und haben so richtiges Regenwetter geniessen dürfen. Die Wolken waren allgegenwärtig, so habe ich mich entschlossen den Hintergrund stark unterzubelichten und mit der Deep Octa die Models wieder herauszuholen. Das Setup war ähnlich wie oben. f/14, 1/125stel, ISO100, Quadra A-Buchse mit 400Ws. Bei der Octa habe ich auf den Frontdiffuser verzichtet um so etwas härteres Licht zu erhalten.

Set 3 – Palma

In der Altstadt von Palma bei der Cathedral hats ein paar echt hübsche Gassen, welche gegen Mitternacht menschenleer sind und sich somit für einen Shoot sozusagen aufdrängen. Da ich jedoch das relativ warme Licht der Gasse einfangen wollte musste ich auf den Quadra verzichten. Selbst die 8Ws der B-Buchse sind hier noch zuviel Leistung. Daher bin ich auf einen Systemblitz mit Ezybox ausgewichen. f/4.5, 1/30stel, ISO500

Die letzten Tage waren super aufschluss- und lernreich, heute wirds eine Art Dirty Shoot geben. Da noch ein Modelwechsel bevorsteht werden wir jedoch nicht so viel fotografieren wie die letzten Tage. Dominique verlässt uns heute Abend und Lundrim, unser zweites männliches Model, nimmt ihren Platz ein. Ich denke dass wir uns heute Abend nochmal melden :-)

People Fotografie – Outdoor & on Location

Der Frühling ist da. Die Temperaturen steigen, die Natur erstrahlt in saftigem Grün und als Fotograf zieht es einen wieder aus dem Studio. Draussen fotografiert es sich doch immer noch am besten. Sicher?

Wer viel im Studio fotografiert, geniesst dort auch die vollen Vorzüge Herr des Lichtes zu sein. Es gibt keine störenden Faktoren wie Tageslicht, Wolken die Lichtverhältnisse innert kürzester Zeit ändern und es gibt nur schönes Wetter. ;) Outdoor geniesst man zwar die Qual der Wahl von der Location, muss aber auch das bereits vorhandene Licht einkalkulieren. Sonnenlicht ist brutal hart und direkt und nur selten wirklich schön. Im Schatten kämpft man damit, dass der Hintergrund im Sonnenlicht entweder zu hell wird, oder das Model zu dunkel. Ohne Hilfsmittel gehts Outdoor also auch nicht immer. Dabei gibts diverse Möglichkeiten wie man als Fotograf auch on Location das vorhandene Licht manipulieren oder ergänzen kann. Mittels Reflektoren kann vorhandenes Licht genutzt werden um punktuell aufzuhellen oder zweckentfremdet kann man sie auch zum abschatten benutzen. Ebenfalls eine Möglichkeit ist Blitzlicht. Mittels Aufsteckblitzen oder einer mobilen Studioanlage kann man aufhellen oder sogar das vorhandene Tageslicht “überblitzen” und so eine ganz eigene Lichtstimmung erzeugen.

Eins haben jedoch alle Methoden gemeinsam, Ziel ist es immer eine ausgewogene Lichtstimmung zu erzeugen. An dieser Stelle möchte ich gerne drei Beispiele geben wie dies Outdoor gelingt.

Aufhellen mittels Blitzlicht – der Klassiker

Ein Problem an sonnigen Tagen ist der enorme Kontrastumfang zwischen direktem Sonnenlicht und Schatten. Ein einfacher Weg mehr Kontrolle über das Licht zu erhalten, ist das Model im Schatten eines Baumes oder eines Gebäudes zu fotografieren. Ist dabei jedoch der Hintergrund im Sonnenlicht entsteht das Problem das man entweder das Model korrekt belichtet oder den Hintergrund.

Im linken Beispiel seht ihr, was passiert wenn man die Belichtung so wählt, dass der Hintergrund nicht völlig überbelichtet rauskommt. Auf dem rechten Bild habe ich mittels eines Blitzes das im Schatten sitzende Model aufgehellt. Der Clou daran ist, die richtige Balance zwischen Hintergrund und Blitzlicht zu finden. Gerade wenn ihr unter einem Baum arbeitet, habt ihr oft ein schönes Lichtspiel von Sonnenstrahlen die es durch das Blätterwerk schaffen. Dieses gilt es ebenfalls nicht völlig zu überblitzen. Im rechten Bild könnt ihr diese kleinen Sonnen”spots” immer noch schön erkennen.

Im obigen Beispiel habe ich einen Aufsteckblitz mit einer Lasolite Ezybox (38x38cm) verwendet. Diese stand links von mir auf einem Stativ. Der Blitz wurde mittels Pocket Wizard Triggern ausgelöst. Vorteil der PW’s ist die volle E-TTL Unterstützung von Canon Kameras. Ich musste den Blitz also nicht einmessen, sondern konnte einfach drauf los fotografieren. Die E-TTL Blitzautomatik hat die korrekte Blitzlichtmenge zum Aufhellen des Models für mich ermittelt. Alternativ zu den teuren PW’s kann man auch einfach ein billiges E-TTL Kabel verwenden, auf die optischen Übertragung der Kamerahersteller zurückgreifen (im Schatten funktionieren diese recht gut) oder klassisch voll manuell arbeiten.

Vorhandenes Licht überblitzen

Je nach Wahl der Location kann man mit dem mitgebrachten Blitzlicht auch das vorhandene Tageslicht überblitzen und so eine neue Lichtstimmung erzeugen. Dies eignet sich vorallem dann, wenn die Location komplett im Schatten liegt. Im Beispiel hier, habe ich einen Treppenaufgang gewählt der von einem Gebäude völlig überdacht wurde.

Ohne das Blitzlicht hätte eine relativ langweilige Stimmung geherrscht. Alles wäre gleich hell gewesen.. Durch das Blitzlicht ist nun eine Art “Spot” auf dem Model entstanden und hat dieses schön vom Hintergrund abgesetzt. Die Wahl der Location fiel dabei nicht völlig ungeplant. Das violette Kleid harmoniert farblich sehr gut mit dem gräulich/bläulichen Steinhintergrund. Um die Hintergrundstimmung noch weiter bläulich erscheinen zu lassen, habe ich das Blitzlicht mittels einer 1/4 CTO (color temperature orange) Folie eingefärbt. Den Weissabgleich hab ich anschliessend auf das nun deutlich wärmere Blitzlicht gesetzt. Dadurch verschiebt sich das Tageslicht im Hintergrund ins bläuliche.

Zum Einsatz kam ebenfalls wieder ein Canon Speedlight sowie die Lasolite Ezybox.

Richtige Location – Available ohne alles

Nicht immer ist es jedoch nötig, das man als Fotograf auf Hilfsmittel zurückgreift. Mit dem richtigen Blick finden sich auch Locations die ohne jegliches zutun bereits schönes Licht aufweisen. Im unteren Beispiel habe ich mir die vorhandene Lichtreflektion zunutze gemacht. Als Hintergrund diente ein Metallaufbau der das Model gegenüber der Sonne komplett abgeschattet hat. Direkt gegenüber befand sich ein zweiter Aufbau, der das Sonnenlicht wunderschöne reflektiert hat.

In diesem Beispiel musste ich nur den richtigen Standpunkt finden, von dem aus die streifenförmige Reflexion des Sonnenlichtes auf/neben dem Model  erschien. Ihr seht, manchmal braucht es keine Hilfsmittel sondern nur ein gutes Auge für das bereits vorhandene Licht.

Um es nochmals auf den Punkt zu bringen. Das wichtiges bei Outdoor Fotos ist immer die Harmonie aus vorhandenem Licht und dem was man als Fotograf ergänzend hinzugibt. Sei es durch Blitzlicht, durch Aufhellen mittels Reflektoren oder wie im letzten Beispiel oben, durch eine bereits vorhandene Reflexion! Vergesst auch niemals, ein Reflektor ist niemals heller als das Licht was er reflektiert. ;)


Wer sich nun bis hier durchgearbeitet hat, den möchte ich gerne auf meinen nächsten Workshop aufmerksam machen. Am 16. Mai veranstalte ich auf dem Gelände der ETH Zürich (Hönggerberg) einen Workshop zur Thematik der Outdoor Fotografie. Wir werden uns ausführlich damit beschäftigen wie man vorhandenes Licht manipuliert oder mittels Blitzlicht ergänzt um gut ausgeleuchtete Bilder zu erhalten. Auch die Wahl der richtigen Location wird ein Thema sein, denn nicht jeder Hintergrund passt zu jedem Outfit. Aktuell sind noch 4 Plätze frei, die Anmeldefrist läuft noch bis zum 9. Mai. Infos gibts oben im “Workshop” Menu.

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