Mallorca, Tag 5 – Let’s Quadra!

Zugegeben, es ist Tag 6. Aber wie vorgestern wurde es wieder ziemlich spät bis wir nach Hause gekommen sind, da hiess es erstmal Schönheitsschlaf für alle die es nötig hatten. Jetzt sind unsere Visas gerade in den Vorbereitungen für den nächsten Shoot und ich habe daher ein wenig Zeit euch die Fotos näher zu bringen.

Hauptsächlich haben wir mit dem Quadra fotografiert und später noch eine kleine Session mit einem Systemblitz und der Ezybox angehängt. Der Quadra hat leider manchmal zu viel Leistung, wenn man das Hintergrundlicht einfangen will wie zum Beispiel in der kleinen Gasse in Palma. Der Quadra eignet sich aber hervorragend, wenn man den Hintergrund drastisch unterbelichten und das Model dennoch korrekt in Szene setzen will.

Set 1 – Beauty Shot

Morgens an der Finka haben wir noch ein kleines Setup mit zwei Quadras aufgestellt. Einer mit Beauty Dish von links und einer rechts leicht versetzt zum Model, um mit einem Durchleuchtschirm den Hintergrund auszuleuchten. Warum zwei Quadras? Der Quadra hat die Eigenschaft die Blitzleistung asymmetrisch im Verhältnis 2:1 auf die beiden Buchsen A und B zu verteilen. Hat man nun zwei Köpfe an einem Quadra an den beiden A und B Buchsen angeschlossen, so werden beide gleichzeitig eingestellt. Dies ist in vielen Situationen total ausreichend um eine korrekte Belichtung hinzubekommen. Wir hatten jedoch das Ziel noch ein paar Sonnenflecken die sich an dem Morgen boten mit einzufangen und wollten daher den Hintergrund zaghaft und den Vordergrund nur schwach ausleuchten. Daher mussten wir auf zwei Quadras zurückgreifen um zweimal eine B-Buchse (weniger Leistung als A-Buchse) zu Verfügung zu haben.

Set 2 – Hafenanlagen

An den beiden letzten Abenden waren wir in zwei verschiedenen Hafenanlagen. Ich gestatte mir hier jetzt kurz zwei Tage zu mixen. Am ersten Abend waren wir in Port Antrax, schon ziemlich spät. Daher war es nicht weiter schwer den Hintergrund in ein sattes Schwarz zu transformieren und Dominique dank der Deep Octa ins rechte Licht zu rücken (nicht, dass sie dazu eine Octa nötig hätte ;-) ). Die Lichter des gegenüber liegenden Hafens (wir waren dank einem Wellenbrecher ziemlich in der Mitte des Hafenbeckens) haben eine super Stimmung verbreitet. f/2.8, 1/25stel, ISO1600, zwischen 80mm und 180mm.


Gestern waren wir dann noch in Port Sòller und haben so richtiges Regenwetter geniessen dürfen. Die Wolken waren allgegenwärtig, so habe ich mich entschlossen den Hintergrund stark unterzubelichten und mit der Deep Octa die Models wieder herauszuholen. Das Setup war ähnlich wie oben. f/14, 1/125stel, ISO100, Quadra A-Buchse mit 400Ws. Bei der Octa habe ich auf den Frontdiffuser verzichtet um so etwas härteres Licht zu erhalten.

Set 3 – Palma

In der Altstadt von Palma bei der Cathedral hats ein paar echt hübsche Gassen, welche gegen Mitternacht menschenleer sind und sich somit für einen Shoot sozusagen aufdrängen. Da ich jedoch das relativ warme Licht der Gasse einfangen wollte musste ich auf den Quadra verzichten. Selbst die 8Ws der B-Buchse sind hier noch zuviel Leistung. Daher bin ich auf einen Systemblitz mit Ezybox ausgewichen. f/4.5, 1/30stel, ISO500

Die letzten Tage waren super aufschluss- und lernreich, heute wirds eine Art Dirty Shoot geben. Da noch ein Modelwechsel bevorsteht werden wir jedoch nicht so viel fotografieren wie die letzten Tage. Dominique verlässt uns heute Abend und Lundrim, unser zweites männliches Model, nimmt ihren Platz ein. Ich denke dass wir uns heute Abend nochmal melden :-)

Mallorca, Tag 3 – Bewegungen einfrieren mit Ranger Quadra

Tag 3 neigt sich auch bald dem Ende zu und ich darf auch wiedermal einen Blogbeitrag zum Besten geben, viel zu lange ist es her für mich!

Da wir euch in diesen Tagen wie bereits angekündigt den Ranger Quadra und dessen Vielseitigkeit näher bringen möchten haben wir gestern Nacht ein komplett anderes Set geshootet. Und zwar haben wir uns vorgenommen mit einem Sprung in den Pool zu erfrieren.

Äh, anders rum, einen Sprung in den Pool einzufrieren ;-) Dennoch nochmals ein riesen Dankeschön an Vanessa welche höchst tapfer in kalter Nacht immer und immer wieder in noch kälteres Wasser gesprungen ist.

Aber wie funktioniert dies? Der Trick ist, dass man zuerst das Set komplett dunkel aufbaut, das heisst man nimmt die Kameraeinstellungen so vor, dass man bei einem normalen Foto ohne Blitz ein komplett sattes, schwarzes Bild erhält. Bei uns war dies mit f7.1, 1/125s und ISO160 der Fall. Danach stellt man jeden Blitz separat ein und bündelt diese auf einen Punkt im Pool, wo dann das Model möglichst punktgenau landen sollte. Da die Blitze eine sehr kurze Abbrenndauer haben(Quadra 1/6000s mit A-Head an B-Buchse) werden die Wassertropfen und das Model eingefroren, da wir ansonsten ja kein Licht auf den Sensor lassen (schwarzes Bild von vorher). Um ein schwaches aber hartes Streiflicht zu setzten haben wir links und rechts vom Pool noch zwei Lichtquellen verwendet. Wir hätten zwar weiterer Quadra Speedköpfe gehabt, jedoch leider nicht genug enge Lichtformer zur Hand (Notiz an mich, nächstes mal einpacken ;) ). Dies haben wir dann mit manuell eingestellten Systemblitzen kompensiert, welche auf 105mm Reflektorstellung eingestellt wurden. Das komplette Set haben wir dann per Funkauslöser für die Systemblitze und Fotozelle des Quadras ausgelöst.

Auf dem Speedkopf des Quadra haben wir wieder die Rotalux Deep Octa montiert, dessen Eigenschaften im Beitrag Tag 2 bereits vorgestellt wurden. Jedoch haben wir die beiden Diffuser (Achtung! Nicht Diffusor ;-) ) entfernt um ein härteres und weniger gestreutes Licht zu erhalten. Dies, weil wir einen möglichst kleinen Punkt im Pool ausleuchten wollten.

So, nun möchte ich euch die Ergebnisse aber nicht weiter vorenthalten.

Morgen melden wir uns mit einem neuen Blog Eintrag, welcher sich mit Available Light beschäftigt.

Mallorca, Tag 2 – Portrait mit Deep Octa

Tag 2 ist vorbei und wir melden uns wieder auf dem Blog. Heute morgen hiess es früh aufstehen um die ersten Sonnenstrahlen zu nutzen.. leider liessen die hinter einer Wolkenschicht auf sich warten. Daher gings dann relativ zügig wieder retour zu unserem Haus, wo wir nach einem ausgiebigen Lunch doch noch Sonne bekamen und mehrere kleine Sessions am Pool fotografiert haben. Davon dann vielleicht später noch etwas mehr. Gestern hatte ich euch ja versprochen, dass wir etwas genauer auf den Quadra eingehen und vor allem die Deep Octa Box.

Die Deep Octa Box ist im Prinzip erstmal eine ganz normale Octagon Softbox. Jedoch mit einem, aber sehr entscheidenden Unterschied zu einer normalen Octa. Die Bauform ist wesentlich tiefer, wodurch das Licht stärker gebündelt wird und so eine tolle Mischung aus weichem Portraitlicht mit einer hohen Lichtausbeute mit durchaus knackigen Eigenschaften. Die Hohe Lichtausbeute ist insbesondere bei Outdooraufnahmen von Vorteil, da dies uns Fotografen einen grösseren Spielraum mit einer so kompakten Blitzanlage wie dem Ranger Quadra von Elinchrom ermöglicht. Im Frühjahr 2010 hat Elinchrom passend zum Quadra ihre Deep Octa in einer Ausführung mit 70cm Durchmesser vorgestellt. Etwas kompakter als die 100er Variante und absolut perfekt für den kleinen Quadra.

Am ersten Abend haben wir quasi zum aufwärmen, eine Portraitsession auf der Treppe von unserem Haus in den Garten gemacht. Hinten Steinmauer, rechts/links dunkles Holzgeländer mit Pflanzen die durch das Geländer wachsen. Da es bereits dunkel war, wurde die Hausbeleuchtung im Hintergrund mit einbezogen in die Bilder. Hauptlicht (und auch einzige zusätzliche Lichtquelle) war wie bereits gesagt, der Quadra mit 70cm Deep Octa Box. Das ganze war auf einem kleinen Boom Stativ montiert und zentral über den Models ausgerichtet um eine hochfrontale Ausleuchtung zu erhalten. Abstand Model – Blitz ca. 1-1.2m.

Noch etwas mehr Technik. Fotografiert wurde mit 85mm bei einer Blende von 2.2 und ISO100. Belichtungszeit lag zwischen 1/40-1/80s, je nachdem wie sehr die Hintergrundlampe im Bild war.

An dieser Stelle muss ich etwas zum Quadra sagen. Der Generator verfügt über eine asymmetrische Leistungsverteilung von 2:1 bei seinen zwei Ausgängen. Das heisst die 400Ws werden im Verhältnis 2:1 auf die beiden Anschlüsse verteilt, arbeitet man mit zwei Blitzen. Fotografiert man aber wie wir nur mit einem Blitz, so hat man die Möglichkeit diesen an die Buchse A oder B anzuschliessen. Durch die Leistungsverteilung verfügt Buchse A (bei Einzelblitznutzung) über einen Leistungsumfang von 17-400 Ws. Buchse B hingegen fängt bereits bei ca. 8Ws an. Somit also etwas mehr als eine ganze Blende weniger Leistung. Was gerade bei solchen Offenblendenportraits sehr wichtig ist um nicht direkt viel zu viel Blitzlicht im Bild zu haben.

Bevor mir jetzt aber die Augen gänzlich zufallen und ich hier auf dem Sofa einpenne, zwei Bilder aus dem Portraitshoot. Viel Spass und ich sag GUTE NACHT! Morgen dürfen wir etwas ausschlafen da es den ersten Modelwechsel gibt. Vanessa und Besnik verlassen uns schon wieder. Dafür kommt morgen Dominique und am Samstag dann Daniela zu uns!

Mallorca wir kommen!

Die Zeit rennt mal wieder ungemein mit der Folge das es viel zu lange keine spannenden Blogbeiträge mehr gegeben hat! Doch dies hat nun, oder besser gesagt nächste Woche, endlich ein Ende! Am Mittwoch 6. Oktober geht es für eine Woche auf die Insel. Ab nach Mallorca, Sonne, Strand, Mädels und Urlau.. natürlich NICHT! Urlaub machen auf Mallorca wäre doch viel zu einfach. Wir reisen mit einem fünfköpfigen Team auf die Insel um für 5 Models der Aarauer Agentur Nadja Kohler Models Sedcards zu produzieren. Und weil uns das noch nicht genug ausfüllt, wird es ein Insel Tagebuch geben!

Während der ganzen Woche werden wir euch täglich von unseren Shoots berichten, euch unser Material vorstellen, Techniken erläutern, Setups liefern und viele mehr. Sicher wird auch der eine oder andere Beitrag zum Thema Visagistik dabei sein. Immerhin fliegen gleich zwei Make Up Artistinnen mit auf die Insel. All zu viel möchte ich euch jetzt noch nicht verraten, nur etwas, wir werden die Woche durch sehr viel mit dem Elinchrom Ranger Quadra arbeiten. Einer kleinen und leichten mobilen Blitzanlage mit 400Ws. Was man mit dieser Leistung bereits alles machen kann, gibt es ab nächstem Mittwoch täglich hier auf dem Blog zu lesen!

Also schreibt euch den 6. Oktober dick in die Agenda! Alle Blogleser sind zusätzlich eingeladen, uns die ganze Woche durch mit Fragen per Mail und Blogkommentaren zu löchern. Wir werden unser bestes tun, alle Fragen zu beantworten und auch auf Wünsche für Beiträge einzugehen.

[Blitzsetup] Geblitzte Vignette

Lange war es ruhig um unseren Blog. Doch nur keine Angst, auch wenn es keine aktuellen Beiträge gegeben hat, war es hinter den Kulissen alles anderen als ruhig. Dazu aber bald mehr.. Heute möchte ich euch ein Setup zeigen, welches bei einem Sedcard Shooting letzte Woche verwendet habe. Ziel war es, einen sehr kontrastreichen Look zu erzeugen, welcher bereits auf dem Originalbild eine “Vignettierung” aufweist.

Sicher wird es jetzt Leser geben, die sich fragen wieso man die Vignette nicht einfach per Photoshop montiert. Sicher wäre das eine Möglichkeit. Jedoch hatte ich bereits im Studio eine ziemlich exakte Vorstellung wie die Bilder aussehen sollten und wenn man die Vignette bereits mit einem sauberen Lichtsetup erstellt, vereinfacht dies die spätere Bearbeitung der Bilder enorm!

Schauen wir uns mal das obige Originalbild an. Man kann bereits gut den “Spot” auf dem Oberkörper des Models erkennen und die daraus resultierende Vignettierung des gesamten Bildes. Weiter haben wir einen relativ harten Schlagschatten der leicht seitlich nach rechts versetzt ist. Demnach stand das Führungslicht leicht erhöht und ebenfalls leicht links aus Sicht der Kamera.

Benutzt habe ich ein 44er Softlight (Beautydish) in silber von Elinchrom mit eingesetztem Deflektor (ebenfalls in silber) an einem Ranger Quadra. Das ganze Stand auf einem Manfrotto Boom Stativ. Dies war nötig um das Dish möglichst zentral und nah (Abstand unter einem Meter) am Model zu platzieren, ohne dass ein Stativ im Bild gestanden wäre. Der kurze Abstand ist deshalb wichtig, damit der Helligkeitsabfall möglichst stark zwischen Oberkörper und Füssen/Bildrand ist. So erhalten wir die schöne Abdunklung rund um den Oberkörper.

Und hier haben wir auch die beiden wichtigsten Punkte von diesem Setup! Wahl des richtigen Lichtformers & Positionieren. Wieso also das 44er Softlight in silber. Mit einem Standartreflektor (z.B. 21cm) hätte man auch einen “Spoteffekt” blitzen können. Jedoch wäre das Licht massiv direkter und härter. Das Beautydish stellt dagegen den richtigen Kompromiss aus “weichem” Licht und runder Ausleuchtung dar. Der eingesetzte Deflektor softet das Licht zudem nochmals etwas ab. Zudem ist es wichtig ein silbernes Dish zu verwenden. Vergleicht man nämlich die Leuchtkegel vom silbernem und vom weissem Softlight, so beträgt der Abstrahlwinkel beim silbernem 55° wohingegen das weisse einen Abstrahlwinkel von 80° aufweist (für Elinchrom Dishes). Somit wäre es mit dem weissen Dish garnicht möglich einen so engen Fokus des Lichts auf den Oberkörper/Kopf des Models zu erhalten.

Fassen wir die wichtigen Punkte nochmals zusammen:

  • Bereits vor dem Aufbau überlegen was man für ein Foto möchte und entsprechendes Licht aufbauen (erspart spätere Photoshop-Zeit!!!)
  • Wenn ihr die Charakteristik eurer Lichtformer kennt, spar euch das viel Zeit mit Ausprobieren/Umbauen
  • Lichtabfall berücksichtigen (Doppelter Abstand Blitz-Model = vierfache Fläche 2 Blenden Lichtabfall)
  • Abstand zwischen Blitz-Model im Auge behalten!! Bewegt sich das Model von der Wand weg, den Blitz im gleichen Abstand mit wegziehen, damit die Einstellungen gleich bleiben!

Habt Mut zur Reduktion und zur Lichtführung mit viel Schatten. Das Spiel mit Licht und Schatten kann sehr viel Spannung in Fotos bringen, zudem fördert das Arbeiten mit nur einem Blitz die Kreativität bei der Lichtführung. Ihr werde viel mehr ausprobieren um zu schauen was der aufgesetzte Lichtformer überhaupt für Licht macht! Diese Reduktion ist vergleichbar mit dem Fotografieren mit Festbrennweiten. Durch das Einschränken von Möglichkeiten, ist man automatisch gezwungen mehr zu experimentieren, was einen sehr grossen Lerneffekt beinhaltet!