[Setup] Einfaches Beauty Setup

Letztens im Studio wurde ich gefragt, warum ich einen Blitz so nah vor die Wand steht und warum ich mein Lichtsetup so aufbaue, wie es gerade dort stand… Das hab ich mir zum Anlass genommen das dort aufgebaute Lichtsetup etwas ausführlicher zu beschreiben und einige Beispielbilder dazu zu zeigen. Hier erstmal das Ergebnis.

Das fertige Bild dazu ist an dem Workshopwochenende zusammen mit Cornelius Fischer in der Schweiz entstanden. Model war Mel und geschminkt wurde das ganze von Sara Woodtli. Aber das nur am Rande.

Was haben wir hier gemacht…

Nun wir haben eine große Hensel Octabox seitlich neben das Model gestellt. So groß, dass die Seite aber auch noch das Gesicht von vorne schön weich ausgeleuchtet wurde. Damit die andere Gesichtshälfte hierbei nicht zu dunkel wird, haben wir das ganze von der linken Seite mit einem großen Reflektor aufgehellt… Also eigentlich ein ganz einfaches Lichtsetup. Zusätzlich wollen wir noch den Hintergrund vignettieren. Nicht in Photoshop, sondern direkt bei der Aufnahme. Dazu haben wir einen Hensel Blitz auf einem Bodenstativ direkt hinter das Model gestellt und mit einer Wabe versehen, damit der Spot nicht zu groß wird. Durch den Abstand zwischen Blitz und Wand kann ich nun den Spot und die Vignette steuern. Je näher an die Wand, desto kleiner der Spot, je weiter weg desto größer der Spot und umso kleiner die Vignette. Dadurch kann ich die Vignettierung in dem Bild sehr fein steuern.
Zustäzlich kann ich aber auch mit dem Aufheller der auf der linken Seite steht die Ausleuchtung des Gesichts sehr feinfühlig steuern. Wenn ich den Aufheller ganz weglasse, habe ich schöne konturierte Schatten im Gesicht und mit dem Aufheller kann ich diese fast ganz aufhellen. Dadurch ist es mir möglich mit wenig Aufwand die Lichtsetzung im Gesicht sehr zu variieren. Dazu hab ich mal 2 Beispielbilder eingestellt. Einmal mit Aufheller (Rechts) und einmal ohne Aufheller (Links).


Einzigster Haken an diesem Lichtsetup…. ich muss sehr genau darauf achten, wie ich mit der Kamera zu meinem Model stehe. Ich muß genau in einer Achse mit dem Model und meinem Hintergrund Blitz stehen. Kleine Abweichungen dazu bewirken, das der Spot und die Vignette nach Links oder Rechts verschoben wird. Ansonsten habe ich damit ein sehr einfaches aber effektives und schönes Lichtsetup, was ohne großen Aufwand aufgebaut ist.

Zum Schluss nochmal alle Bilder dazu und noch ein weiteres Beispielbild.

In dem Zusammenhang möchte ich auch nochmal an unsere Workshops im Februar erinnern: Klick

Mallorca, Tag 6 – Dirty Glamour (Teil II)

Mallorca neigt sich dem Ende zu. Wir sind gerade in den letzten Zügen und werden gleich nochmals eine letzte Session fotografieren gehen (so wenn das Wetter mitspielt..). Zunächst möchte ich euch aber noch kurz den versprochenen zweiten Teil zum Dirty Glamour Shoot zeigen. Sara hat ja bereits im ersten Teil das Make up erklärt, daher hier nun das Setup des Shoots.

Inhaltlich hab ich den Shoot in zwei Teile gesplittet. Zunächst haben wir uns (ähm, eigentlich nur die Models) am “Waldboden” gewälzt. Passend zu unserem Dirty Look. ;) Dabei war mir wichtig, dass die Lichtstimmung im Wäldchen gänzlich verloren geht. Immerhin hatten wir noch ein paar Sonnenstrahlen die durch das Geäst den Boden sprenkelten. Das Grundbild habe ich also so eingemessen, dass die Lichtflecken noch relativ hell im Bild erscheinen, das Grundbild trotzdem dunkel genug erscheint um eine Dominanz durch das Blitzlicht zu erreichen.

Damit wir jetzt nicht den ganzen Waldboden ausleuchten (ein wenig geblitzte Vignette ist schliesslich immer nett), brauchte es einen Lichtformer der kreisförmig ausleuchtet. Ich hab mich daher für einen günstigen Reflexschirm entschieden.

Ein Durchmesser von ca. 80cm reicht für die meisten Aufnahmen völlig aus. Da der Waldboden schräg abfiel war es leider nicht möglich unser kleines Boom Stativ aufzustellen. Daher musste kurzerhand Visagistin Mirjam etwas assistieren. Ein kleines Studiostativ diente dabei als Boom-Stick Ersatz um den Quadra Head inkl. Schirm zentral über unsere Models zu bringen.

Fotografiert habe ich mit einer Blende von 4.5 bei Iso200 und einer Verschlusszeit von 1/125s. Da das Sonnenlicht aufgrund der wechselhaften Bewölkung stark schwanke, bot die Verschlusszeit von 1/125s genügend Reserve um auch während des Shoots den Hintergrund schnell mal eine Blende hochzuziehen.

Im zweiten Teil des Shooting wollte ich noch etwas mehr auf die Portraitschiene wechseln und gleichzeitig etwas märchenhaftes in die Bilder bekommen. Daher sind wir mehr ins Grün des Wäldchen gegangen und ich habe Blätter/Äste mit ins Bild eingebunden um die Models etwas “versteckter” ins Bild zu bekommen. Das Setup blieb dabei relativ ähnlich wie im ersten Teil. Wieder kam der Reflexschirm auf einem Ranger Quadra A-Head zum Einsatz. Dieser diente aber nur noch als dezente Aufhellung. Einiges an Lichtstimmung hab ich aus den Sonnenstrahlen die hinter den Models durch das Blätterdach schien, geholt.

Zum Einsatz kam meine liebste Portraitlinse, das EF 85mm f1.8. Fotografiert hab ich mit einer relativ offenen Blende von f3.2 (offener ging leider nicht, da ich sonst ausserhalb der Synchronzeit meiner 5D gewesen wäre). Wichtig war mir ebenfalls, dass das Aufhelllicht sehr zentral gesetzt wurde. So eine hochfrontale Ausleuchtung ergibt einen natürlichen Look und fällt auch nicht so sehr auf. Schliesslich wollte ich das Blitzlicht nicht dominierend im Bild haben.

Jetzt gehts hier bei uns erstmal noch für eine kurze Session ans Meer. Hoffentlich verziehen sich die dunklen Wolken in den nächsten 30min. Ansonsten gibts ne Regen Session. ;) Wird sicher spassig für die Models..

Mallorca wir kommen!

Die Zeit rennt mal wieder ungemein mit der Folge das es viel zu lange keine spannenden Blogbeiträge mehr gegeben hat! Doch dies hat nun, oder besser gesagt nächste Woche, endlich ein Ende! Am Mittwoch 6. Oktober geht es für eine Woche auf die Insel. Ab nach Mallorca, Sonne, Strand, Mädels und Urlau.. natürlich NICHT! Urlaub machen auf Mallorca wäre doch viel zu einfach. Wir reisen mit einem fünfköpfigen Team auf die Insel um für 5 Models der Aarauer Agentur Nadja Kohler Models Sedcards zu produzieren. Und weil uns das noch nicht genug ausfüllt, wird es ein Insel Tagebuch geben!

Während der ganzen Woche werden wir euch täglich von unseren Shoots berichten, euch unser Material vorstellen, Techniken erläutern, Setups liefern und viele mehr. Sicher wird auch der eine oder andere Beitrag zum Thema Visagistik dabei sein. Immerhin fliegen gleich zwei Make Up Artistinnen mit auf die Insel. All zu viel möchte ich euch jetzt noch nicht verraten, nur etwas, wir werden die Woche durch sehr viel mit dem Elinchrom Ranger Quadra arbeiten. Einer kleinen und leichten mobilen Blitzanlage mit 400Ws. Was man mit dieser Leistung bereits alles machen kann, gibt es ab nächstem Mittwoch täglich hier auf dem Blog zu lesen!

Also schreibt euch den 6. Oktober dick in die Agenda! Alle Blogleser sind zusätzlich eingeladen, uns die ganze Woche durch mit Fragen per Mail und Blogkommentaren zu löchern. Wir werden unser bestes tun, alle Fragen zu beantworten und auch auf Wünsche für Beiträge einzugehen.

[Blitzsetup] Weniger ist mehr mit einer Octabox

Zugegeben, es ist schon verlockend wenn einem 5 Blitzköpfe zur Verfügung stehen, diese auch für ein Setup aufzubauen. Doch wie in so manchen Dingen im Leben, ist es eben auch in der Fotografie so, dass oftmals weniger am Schluss eben doch mehr ist. So auch bei dem Setup das ich euch heute zeigen möchte.

Schauen wir uns die obigen Bilder einmal genauer an:

  • Unser Model steht direkt vor einer Wand
  • Es ist nur ein ganz feiner Schlagschatten direkt hinter dem Model zu sehen
  • Feiner Schatten unterhalb des Kinns (zweites Bild)
  • Gute Zeichnung (Lichter/Tiefen) auf dem Kleid

Wir haben also eine homogene Ausleuchtung, sehr weiches Licht mit einer Dominanz von oben. Dies sprich für eine grosse Softbox. Der direkt hinter dem Model liegende Schlagschatten verrät zudem, dass Blitz und Model auf einer Achse positioniert waren. Und damit hätten wir das Setup im Prinzip auch schon. Zum Einsatz kam eine 140cm Ocatagon Box. Dabei stand ich während des Shoots direkt vor der Box (der Rücken klebte dabei quasi am Aussendiffuser). Einfacher gehts definitiv nicht mehr..

Bevor sich jetzt jemand fragt, wie denn das gehen kann, Fotograf direkt vor der Box. Die Softbox sollte bei diesem Setup stets erhöht positioniert sein. So das man als Fotograf mit dem Kopf maximal bis zur Mitte der Box kommt. Somit deckt man auch nicht mehr als 1/8-2/8 der Leuchtfläche ab, was zu keiner starken Abschattung führt, trotzdem aber die Dominanz von Oberhalb erzeugt (rote Pfeile in der Skizze!). Der Abstand zwischen Model und Softbox betrug bei den hier gezeigten Fotos jeweils ca. 3m.

Das schöne an dem Setup ist, man bekommt ein weiches und natürliches Licht, welches neben Hauptlicht, gleichzeitig auch sein eigenes Fülllicht erzeugt und somit Schatten reduziert. So einfach wie dieses Setup auch ist, einen Punkt muss man unbedingt beachten. Verändere ich als Fotograf vor der Box meine Position (z.B. von stehend in die Hocke), dann muss die Softbox ebenfalls in der Höhe mitverstellt werden, da man sonst die Gewichtung stark beeinflussen würde.

Trotz der Einfachheit dieses Setups, bleiben noch diverse Möglichkeiten zum Feintuning. Um die Härte des Lichts zu beeinflussen kann man mit dem Abstand Blitz/Model variieren. Ist mehr Charakter im Licht gewünscht, löst man einfach den Frontdiffuser von der Softbox und lässt nur den Innendiffuser drin. Ihr seht, so banal dieses Setup ist, es bietet verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten und erzeugt dabei stets einen natürlichen und frischen Look. Ein wunderbares Licht für Fashion-, wie auch Beautyshots.

Rückblick – Portrait & Fashion Workshop, Januar 2010

Ohne grosse Worte, ein simpler Rückblick mit Video und Bild. Leider bin ich selber diesmal nicht gross dazu gekommen auch ein paar Bilder mit unserem Model NiLi zu machen. Daher gibts neben den ganzen Making of Eindrücken nur ein einziges finales Bild. Danke nochmals an alle Teilnehmer, an unser grossartiges Model und Pascal fürs fleissige Filmen und Fotografieren hinter den Kulissen.

Es hat wie immer Spass gemacht! Die nächsten Termine sind bereits in Planung und werden bald in der Workshop Sektion hier auf dem Blog bekannt gegeben.

So und hier noch ein finales Bild vom Offenblenden-Setup: