[Blitzsetup] Beautylight und ein Geheimtip

Man man, lange ist es seit dem letzten Beitrag her. Um ehrlich zu sein, viel zu lange! Leider hat mein Kalender die letzten Wochen gegen den Blog gearbeitet. Dafür gibt es heute ein besonderes Blitzsetup und zwar ein Beautylight Setup. Und damit wir jetzt nicht noch lange um den heissen Brei reden, kommen wir direkt zur Sache.

Klassisches Beautylicht arbeitet mit einer möglichst weichen Ausleuchtung um das Gesicht und die Haut des Models jugendlich und glatt wirken zu lassen. Der einfachste Weg wäre natürlich schlicht eine grosse Octabox vors Model zu stellen und schwups.. keine Schatten mehr. ;) Aber mal ehrlich, das wäre doch ein klein wenig zu leicht!

Daher hab ich mich für ein Setup entschieden, welches etwas aufwändiger ist. Ein Führungslicht, welches Zeichnung aufs Gesicht bringt, sowie einem Fülllicht, dass die zu harten Schatten aufhellt. Wie das ganze am fertigen Bild aussieht, schaut ihr euch am besten direkt erst einmal an.

Kommen wir also direkt zum verwendeten Setup. Als Führungslicht habe ich ein Elinchrom 44er Beautydish mit eingesetztem Deflektor verwendet. Das ganze war auf einem Galgenstativ montiert und war leicht links versetzt (Kinnschatten beim zweiten Foto!). Als Fülllicht stand recht versetzt und leicht hinter der Kamera eine 140er Octabox. Damit der Hintergrund nicht einfach nur grau wird, stand hinter den Models noch ein Blitz mit 18er Standartreflektor und eingesetzter 30° Wabe. So das waren mal die Blitze. Und jetzt geht es mit den Details weiter.

Gerade der Kinnschatten ist bei einem hoch positioniertem Keylight stark ausgeprägt. Um diesen nochmals etwas zu mildern kam ein Sunbounce Mini Reflektor mit weisser Bespannung zum Einsatz. Die weisse Bespannung reflektiert deutlich weniger Licht als die silberne, zusätzlich ist das reflektierte Licht weicher. Möchte man den Kinnschatten nahezu verschwinden lassen, sollte man die silberne Bespannung verwenden. Ich wollte für diese Bilder hingegen den Schatten nicht gänzlich entfernen, sondern nur aufhellen. Daher kam die besagte weisse Seite zum Einsatz. Achtet beim Einsatz von Reflektoren immer auf die physikalische Grundregel der Lichtreflexion.

Einstrahlwinkel = Ausstrahlwinkel

Mit etwas Übung könnt ihr so das reflektierte Licht bereits ohne Einstelllicht korrekt platzieren. Wenn ihr nicht sicher seid, ob die Reflexion auch wirklich trifft, einfach Studio abdunkeln, Einstelllicht am Blitz einschalten und den Reflektor solange hin und her neigen, bis der Kinnschatten verschwindet/aufgehellt wird.

Um Streulicht von den weissen Wänden zu vermeiden, habe ich rechts und links vom Model noch eine schwarze Styroporwand aufgestellt. Sorry der linke Gobbo ging in der Skizze vergessen. ;)

Kurz etwas zu den Blitzeinstellungen. Keylight war mit f16 eingestellt. Da ich mit dem Canon 70-200 f2.8 fotografiert habe, war dies nötig um genügend Schärfentiefe im Bild zu erhalten. Das Fülllicht ist eine Blende dunkler (f11) eingestellt. Damit wird der Schattenwurf vom Keylight deutlich aufgehellt, jedoch nicht komplett weggeblitzt. Hier seht ihr nun nochmals welche Auswirkung die einzelnen Blitze auf das Bild haben.

Geheimtip

Das Ziel eines jeden Beauty Shootings ist es ja jeweils das Model jung, frisch und mit perfekter Haut zu präsentieren. Viele Fotografen nutzen dafür später in der Bildbearbeitung Filter um die Haut weichzuzeichen. Ich persönlich bin jedoch kein Fan vom Weichbügler. Es geht nämlich auch viel einfacher! Das wichtigste ist erstmal ein perfektes Make-Up von einer Visagistin. Weiss diese nämlich was sie tut, kann sie Unreinheiten und leichte Rötungen bereits nahezu perfekt wegschminken. Im zweiten Schritt ist dann der Fotograf mit dem richtigen Licht gefragt. Belichtet man die Haut relativ hell (+1/3 Blende) kaschiert man damit nochmals kleinere Unreinheiten. Zum Schluss braucht man dann nur noch ein paar Klicks mit dem Kopierstempel und dem Bereichsreparaturpinsel in Photoshop und keinen Weichzeichner mehr! :)

Fassen wir das also alles nochmals kurz zusammen:

  • Perfektes Make-Up (Grundierung!!) sorgt bereits für ein nahezu makelloses Hautbild
  • +1/3 Überbelichten kaschiert ebenfalls Hautunreinheiten
  • Kombination aus “hartem” Keylight und sehr weichem Fülllicht gibt Zeichnung ins Gesicht und ist trotzdem soft
  • Weisser Reflektor hellt Kinnschatten auf ohne ihn verschwinden zu lassen

So nun wünsche ich euch viel Spass beim ausprobieren! Abschliessend gibts jetzt nochmals ein paar Bilder und vorallem, ein Making of Video von dem Shooting!! :)

[Blitzsetup] Muscle Light

Als Fotograf widmet man sich ja in der Regel am liebsten weiblichen Modellen. Trotzdem gilt es hin und wieder auch mal ein männliches Modell ins rechte Licht zu rücken. Besonders interessant sind dabei Bilder, bei denen man den männlichen Körper, respektive die Muskeln herausarbeitet. Wie ihr in folgendem Beispiel sehen könnt.

Ein wichtige Vorraussetzung für das verwendete Licht in diesem Fall, ist eine gewisse Härte, ohne die man nicht in der Lage ist die Konturen und Muskeln rauszuarbeiten. Ich habe für für diese Serie mal wieder meinen derzeitigen lieblings Lichtformer benutzt. Das 44er Softlight (Beautydish) von Elinchrom. Zusätzlich war ein silberner Deflektor eingeschoben, um das Licht ganz leicht weicher zu machen. Ein Deflektor reflektiert dabei das direkte Licht zurück in den Teller des Beautydishes und reduziert damit den harten inneren Schatten. Wobei wir hier auch schon die Kerncharakteristik eines guten Beautydishes haben.

Durch die besondere Form (gewölbter tiefer Teller) erzeugt ein Beautydish zum einen einen harten Kernschatten, mit dem man sehr gut Muskeln, Gesichtszüge etc. modellieren kann. Zusätzlich wirft das Dish aber auch einen weicheren äusseren Schatten, der im Gesamteindruck das Licht “relativ” weich erscheinen lässt. Und genau aus diesem Grund sind Beautydishes auch so beliebt in der Beauty- und Fashionfotografie.

Jetzt aber mal zum eigentlichen Setup.

Das Beautydish war auf einem Manfrotto Boom montiert und mit einem Abstand von etwa einem Meter zentral zum Model aufgestellt. Der Winkel betrug dabei ca. 45°. Und das ist auch schon alles was wir an Führungslicht für diesem Setup benötigen. Um dem ganzen noch etwas mehr Pep zu verleihen und eine schönere Abgrenzung zwischen Model und Hintergrund zu erreichen, hab ich noch einen zweiten Blitz mit einer kleinen Softbox benutzt um einen Verlauf auf den Hintergrund zu bekommen. Dieser war mit f11 auf die linke untere Ecke eingemessen.

Bildbearbeitung war nicht gross nötig. Schwarz/Weiss Konvertierung, Hintergrund etwas weichzeichen, Kontrast mit einer Gradationskurve anpassen und fertig war die Serie.