“One flash” Beauty Licht

Liebe Blogleser, nun ist es ja schon eine Weile her seitdem hier ein aktueller Beitrag gepostet wurde. Wer jetzt denkt, hinter den Kulissen sei es ruhig geworden hat sich aber getäuscht. Vielmehr hatten wir/ich in den letzten Wochen derart viel um die Ohren, dass wir/ich schlicht nicht dazu gekommen sind uns um neue Beiträge zu kümmern. Mehr dazu aber in den nächsten Tagen. Denn heute möchte ich euch ein weiteres Setup zeigen und erklären.

Auch wenn das Wetter gerade sehr schön draussen ist, so ist es doch noch etwas zu kalt für Outdoor Shootings. Daher gibt es jetzt wieder etwas fürs Studio. Folgendes Foto habe ich an einem meiner letzten Workshops fotografiert.

Ein sehr weiches und dennoch leicht zeichnendes Beauty Licht wurde für das Bild verwendet. Wie man an den Reflexen in den Augen gut erkennen kann, habe ich einen Blitz sowie einen Reflektor als Aufhellung verwendet. Alles in allem ein recht simples Lichtsetup, bei dem man dennoch einiges beachten muss.

Um die Zeichnung ins Bild zu bekommen, sollte man eine möglichst direkte und „harte“ Ausleuchtung verwenden. Ich habe als Hauptlicht ein 44er Softlight  in silber (Beauty Dish) von Elinchrom verwendet. Als Aufhellung kam ein silberner Reflektor zum Einsatz. Und hier gibt es nun einiges zu beachten. Ein silberner Reflektor hat eine sehr hohe Reflektionsleistung, im Gegensatz zu einem weissen (z.B. Styropor). Der Vorteil ist also, dass man den Schattenwurf des Hauptlichtes relativ stark aufhellen kann. Allerdings ist das reflektierte Licht durch die silberne Beschichtung auch sehr direkt und hart. Daher gilt, je grösser die Reflektionsfläche, desto weicher und dezenter wird die Aufhellung. Hier gilt also das gleiche Gesetz, dass die Härte von Blitzlicht bestimmt.

Je grösser die Lichtquelle im Verhältnis zum Motiv, umso weicher wird das Licht.

Das heisst also, das eine 100x100cm Box aus 1m Abstand sehr weiches Licht ergibt. Aus 10m Abstand ergibt die gleiche Box jedoch sehr hartes Licht, da die relative  Grösse zum Motiv nun deutlich geringer ist.

Was heisst das nun für unsere Aufhellung. Benutzen wir einen silbernen Reflektor (hart und direkt) und wollen eine weiche Aufhellung damit erzeugen, dann muss dieser im Verhältnis zum Motiv (Gesicht) also sehr gross sein. Damit ich nun nicht einfach jegliche Schatten weg reflektiert bekomme, muss der Reflektor etwas weiter weg vom Gesicht aufgestellt werden. Somit führt kein Weg an einer sehr grossen Reflektionsfläche vorbei. Im obigen Fall kam demnach ein Sunbounce Pro (130x190cm) zum Einsatz. Dieser war auf einem Stativ montiert und auf Bauchhöhe unter das Gesicht geschoben.

Kommen wir nun noch zum zweiten wichtigen Punkt bei diesem Foto. Und zwar der Hintergrund. Da bereits im Voraus entschieden wurde das Bild als s/w Version zu bearbeiten wollte ich direkt einen grauen Hintergrund erzeugen. Am einfachsten geht dies, gerade bei 1-Blitz Setups, mittels „Ausgrauen“ der weissen Wand hinter meinem Model.

Schauen wir uns mal die Regel zum Lichtabfall an.  Nehme wir an ein Blitz leuchtet auf 1m Abstand eine Fläche von 1x1m aus. Verdoppeln wir nun den Abstand auf 2m, nimmt die ausgeleuchtete Fläche im Quadrat zu. Von 1x1m als auf 2x2m. Somit reduziert sich die Lichtmenge/1m um den Faktor 4 (!!). Was heisst das nun für uns in der Praxis. Verdoppeln wir den Abstand Blitz/Motiv, reduzieren wir die Lichtmenge um 2 Blenden (!!). In unserem Beispiel oben machen wir uns genau dieser Regel zu Nutze. Zwischen Blitz und Motiv besteht ein Abstand von ca. 1.5m. Zwischen Blitz und Hintergrund jedoch ca. 4 Meter. Also etwas mehr als das doppelte. Das heisst also, der Helligkeitsunterschied zwischen Model und Hintergrund beträgt etwas mehr als 2 Blenden. Somit wird aus einer weissen Wand, schlicht eine graue Wand. Um das nochmals etwas zu verdeutlichen, hier nun noch die Lichtskizze zu dem Setup:

Fassen wir also nochmals zusammen:

  • Harte Grundausleuchtung (z.B. Beauty Dish oder Standartreflektor)
  • Aufhellung mittels eines grossen & silbernen Reflektors
  • Hintergrundhelligkeit lässt sich mittels Abstandverhätlnis Blitz/Motiv/Hintergrund steuern

Ihr seht, auch bei einem auf den ersten Blitz relativ simplen Setup, gibt es einiges zu beachten! Wie heisst es so schön, der Teufel liegt im Detail. In diesem Sinne, viel Spass beim Ausprobieren und allzeit gut Licht!

Mallorca, Tag 5 – Let’s Quadra!

Zugegeben, es ist Tag 6. Aber wie vorgestern wurde es wieder ziemlich spät bis wir nach Hause gekommen sind, da hiess es erstmal Schönheitsschlaf für alle die es nötig hatten. Jetzt sind unsere Visas gerade in den Vorbereitungen für den nächsten Shoot und ich habe daher ein wenig Zeit euch die Fotos näher zu bringen.

Hauptsächlich haben wir mit dem Quadra fotografiert und später noch eine kleine Session mit einem Systemblitz und der Ezybox angehängt. Der Quadra hat leider manchmal zu viel Leistung, wenn man das Hintergrundlicht einfangen will wie zum Beispiel in der kleinen Gasse in Palma. Der Quadra eignet sich aber hervorragend, wenn man den Hintergrund drastisch unterbelichten und das Model dennoch korrekt in Szene setzen will.

Set 1 – Beauty Shot

Morgens an der Finka haben wir noch ein kleines Setup mit zwei Quadras aufgestellt. Einer mit Beauty Dish von links und einer rechts leicht versetzt zum Model, um mit einem Durchleuchtschirm den Hintergrund auszuleuchten. Warum zwei Quadras? Der Quadra hat die Eigenschaft die Blitzleistung asymmetrisch im Verhältnis 2:1 auf die beiden Buchsen A und B zu verteilen. Hat man nun zwei Köpfe an einem Quadra an den beiden A und B Buchsen angeschlossen, so werden beide gleichzeitig eingestellt. Dies ist in vielen Situationen total ausreichend um eine korrekte Belichtung hinzubekommen. Wir hatten jedoch das Ziel noch ein paar Sonnenflecken die sich an dem Morgen boten mit einzufangen und wollten daher den Hintergrund zaghaft und den Vordergrund nur schwach ausleuchten. Daher mussten wir auf zwei Quadras zurückgreifen um zweimal eine B-Buchse (weniger Leistung als A-Buchse) zu Verfügung zu haben.

Set 2 – Hafenanlagen

An den beiden letzten Abenden waren wir in zwei verschiedenen Hafenanlagen. Ich gestatte mir hier jetzt kurz zwei Tage zu mixen. Am ersten Abend waren wir in Port Antrax, schon ziemlich spät. Daher war es nicht weiter schwer den Hintergrund in ein sattes Schwarz zu transformieren und Dominique dank der Deep Octa ins rechte Licht zu rücken (nicht, dass sie dazu eine Octa nötig hätte ;-) ). Die Lichter des gegenüber liegenden Hafens (wir waren dank einem Wellenbrecher ziemlich in der Mitte des Hafenbeckens) haben eine super Stimmung verbreitet. f/2.8, 1/25stel, ISO1600, zwischen 80mm und 180mm.


Gestern waren wir dann noch in Port Sòller und haben so richtiges Regenwetter geniessen dürfen. Die Wolken waren allgegenwärtig, so habe ich mich entschlossen den Hintergrund stark unterzubelichten und mit der Deep Octa die Models wieder herauszuholen. Das Setup war ähnlich wie oben. f/14, 1/125stel, ISO100, Quadra A-Buchse mit 400Ws. Bei der Octa habe ich auf den Frontdiffuser verzichtet um so etwas härteres Licht zu erhalten.

Set 3 – Palma

In der Altstadt von Palma bei der Cathedral hats ein paar echt hübsche Gassen, welche gegen Mitternacht menschenleer sind und sich somit für einen Shoot sozusagen aufdrängen. Da ich jedoch das relativ warme Licht der Gasse einfangen wollte musste ich auf den Quadra verzichten. Selbst die 8Ws der B-Buchse sind hier noch zuviel Leistung. Daher bin ich auf einen Systemblitz mit Ezybox ausgewichen. f/4.5, 1/30stel, ISO500

Die letzten Tage waren super aufschluss- und lernreich, heute wirds eine Art Dirty Shoot geben. Da noch ein Modelwechsel bevorsteht werden wir jedoch nicht so viel fotografieren wie die letzten Tage. Dominique verlässt uns heute Abend und Lundrim, unser zweites männliches Model, nimmt ihren Platz ein. Ich denke dass wir uns heute Abend nochmal melden :-)

Mallorca wir kommen!

Die Zeit rennt mal wieder ungemein mit der Folge das es viel zu lange keine spannenden Blogbeiträge mehr gegeben hat! Doch dies hat nun, oder besser gesagt nächste Woche, endlich ein Ende! Am Mittwoch 6. Oktober geht es für eine Woche auf die Insel. Ab nach Mallorca, Sonne, Strand, Mädels und Urlau.. natürlich NICHT! Urlaub machen auf Mallorca wäre doch viel zu einfach. Wir reisen mit einem fünfköpfigen Team auf die Insel um für 5 Models der Aarauer Agentur Nadja Kohler Models Sedcards zu produzieren. Und weil uns das noch nicht genug ausfüllt, wird es ein Insel Tagebuch geben!

Während der ganzen Woche werden wir euch täglich von unseren Shoots berichten, euch unser Material vorstellen, Techniken erläutern, Setups liefern und viele mehr. Sicher wird auch der eine oder andere Beitrag zum Thema Visagistik dabei sein. Immerhin fliegen gleich zwei Make Up Artistinnen mit auf die Insel. All zu viel möchte ich euch jetzt noch nicht verraten, nur etwas, wir werden die Woche durch sehr viel mit dem Elinchrom Ranger Quadra arbeiten. Einer kleinen und leichten mobilen Blitzanlage mit 400Ws. Was man mit dieser Leistung bereits alles machen kann, gibt es ab nächstem Mittwoch täglich hier auf dem Blog zu lesen!

Also schreibt euch den 6. Oktober dick in die Agenda! Alle Blogleser sind zusätzlich eingeladen, uns die ganze Woche durch mit Fragen per Mail und Blogkommentaren zu löchern. Wir werden unser bestes tun, alle Fragen zu beantworten und auch auf Wünsche für Beiträge einzugehen.

[Blitzsetup] Geblitzte Vignette

Lange war es ruhig um unseren Blog. Doch nur keine Angst, auch wenn es keine aktuellen Beiträge gegeben hat, war es hinter den Kulissen alles anderen als ruhig. Dazu aber bald mehr.. Heute möchte ich euch ein Setup zeigen, welches bei einem Sedcard Shooting letzte Woche verwendet habe. Ziel war es, einen sehr kontrastreichen Look zu erzeugen, welcher bereits auf dem Originalbild eine “Vignettierung” aufweist.

Sicher wird es jetzt Leser geben, die sich fragen wieso man die Vignette nicht einfach per Photoshop montiert. Sicher wäre das eine Möglichkeit. Jedoch hatte ich bereits im Studio eine ziemlich exakte Vorstellung wie die Bilder aussehen sollten und wenn man die Vignette bereits mit einem sauberen Lichtsetup erstellt, vereinfacht dies die spätere Bearbeitung der Bilder enorm!

Schauen wir uns mal das obige Originalbild an. Man kann bereits gut den “Spot” auf dem Oberkörper des Models erkennen und die daraus resultierende Vignettierung des gesamten Bildes. Weiter haben wir einen relativ harten Schlagschatten der leicht seitlich nach rechts versetzt ist. Demnach stand das Führungslicht leicht erhöht und ebenfalls leicht links aus Sicht der Kamera.

Benutzt habe ich ein 44er Softlight (Beautydish) in silber von Elinchrom mit eingesetztem Deflektor (ebenfalls in silber) an einem Ranger Quadra. Das ganze Stand auf einem Manfrotto Boom Stativ. Dies war nötig um das Dish möglichst zentral und nah (Abstand unter einem Meter) am Model zu platzieren, ohne dass ein Stativ im Bild gestanden wäre. Der kurze Abstand ist deshalb wichtig, damit der Helligkeitsabfall möglichst stark zwischen Oberkörper und Füssen/Bildrand ist. So erhalten wir die schöne Abdunklung rund um den Oberkörper.

Und hier haben wir auch die beiden wichtigsten Punkte von diesem Setup! Wahl des richtigen Lichtformers & Positionieren. Wieso also das 44er Softlight in silber. Mit einem Standartreflektor (z.B. 21cm) hätte man auch einen “Spoteffekt” blitzen können. Jedoch wäre das Licht massiv direkter und härter. Das Beautydish stellt dagegen den richtigen Kompromiss aus “weichem” Licht und runder Ausleuchtung dar. Der eingesetzte Deflektor softet das Licht zudem nochmals etwas ab. Zudem ist es wichtig ein silbernes Dish zu verwenden. Vergleicht man nämlich die Leuchtkegel vom silbernem und vom weissem Softlight, so beträgt der Abstrahlwinkel beim silbernem 55° wohingegen das weisse einen Abstrahlwinkel von 80° aufweist (für Elinchrom Dishes). Somit wäre es mit dem weissen Dish garnicht möglich einen so engen Fokus des Lichts auf den Oberkörper/Kopf des Models zu erhalten.

Fassen wir die wichtigen Punkte nochmals zusammen:

  • Bereits vor dem Aufbau überlegen was man für ein Foto möchte und entsprechendes Licht aufbauen (erspart spätere Photoshop-Zeit!!!)
  • Wenn ihr die Charakteristik eurer Lichtformer kennt, spar euch das viel Zeit mit Ausprobieren/Umbauen
  • Lichtabfall berücksichtigen (Doppelter Abstand Blitz-Model = vierfache Fläche 2 Blenden Lichtabfall)
  • Abstand zwischen Blitz-Model im Auge behalten!! Bewegt sich das Model von der Wand weg, den Blitz im gleichen Abstand mit wegziehen, damit die Einstellungen gleich bleiben!

Habt Mut zur Reduktion und zur Lichtführung mit viel Schatten. Das Spiel mit Licht und Schatten kann sehr viel Spannung in Fotos bringen, zudem fördert das Arbeiten mit nur einem Blitz die Kreativität bei der Lichtführung. Ihr werde viel mehr ausprobieren um zu schauen was der aufgesetzte Lichtformer überhaupt für Licht macht! Diese Reduktion ist vergleichbar mit dem Fotografieren mit Festbrennweiten. Durch das Einschränken von Möglichkeiten, ist man automatisch gezwungen mehr zu experimentieren, was einen sehr grossen Lerneffekt beinhaltet!

[Blitzsetup] Studioportrait mit 4 Blitzen

Letzten Samstag war ich mal wieder im Studio und hab mit meinem nächsten Workshopmodel einige Sets durchfotografiert. Nachdem ich nun die Bilder gesichtet und eine Auswahl bearbeitet habe, möchte ich euch nun gerne einen kleinen Einblick geben in das was wir am Samstag gemacht haben und was auch die Teilnehmer des Workshops am 24. Januar 2010 erwartet..

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Also was wurde hier gemacht. Wie der Titel schon sagt, es handelt sich um ein Setup mit vier Blitzen. Ziel war es, eine schöne weiche (aber noch nicht Beauty) Ausleuchtung zu erhalten. Streif- respektive Haarlichtern betonen dabei die Umrisse sowie die Haare und mittels eines kleinen Spots auf den Hintergrund entsteht eine Fokussierung auf das Model. Soweit die Beschreibung. ;) Das ganze sah im Setup wie folgt aus:

Portrait_rotes_Papier

Kamera

Canon 5D, EF 50mm f1.4

Blende 11

Belichtungszeit 1/125s


Einstellungen der Blitze

Hauptlicht -> f11

Steiflichter -> f13-14

Hintergrund -> f5.6-f8

Und so sah das dann im Studio aus. :)

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Um nun noch etwas mehr ins Detail zu gehen. Als Führungslicht kam ein 44cm Beauty Dish mit aufgezogenem Diffusor zum Einsatz, für die Streiflichter hab ich Standartreflektoren benutzt und als Spot einen Tubus. Die weissen Wände (Styroporwände) dienten zum absoften der Streiflichter. Durch das leicht seitliche Aufstellen des Führungslichtes bekommt man zusätzlich noch einen kleinen Helligkeitsverlauf auf dem Gesicht.

So vielmehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen.. daher gibts jetzt gleich nochmals zwei Bilder aus der Serie.

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