Die Zeit rennt mal wieder ungemein mit der Folge das es viel zu lange keine spannenden Blogbeiträge mehr gegeben hat! Doch dies hat nun, oder besser gesagt nächste Woche, endlich ein Ende! Am Mittwoch 6. Oktober geht es für eine Woche auf die Insel. Ab nach Mallorca, Sonne, Strand, Mädels und Urlau.. natürlich NICHT! Urlaub machen auf Mallorca wäre doch viel zu einfach. Wir reisen mit einem fünfköpfigen Team auf die Insel um für 5 Models der Aarauer Agentur Nadja Kohler Models Sedcards zu produzieren. Und weil uns das noch nicht genug ausfüllt, wird es ein Insel Tagebuch geben!
Während der ganzen Woche werden wir euch täglich von unseren Shoots berichten, euch unser Material vorstellen, Techniken erläutern, Setups liefern und viele mehr. Sicher wird auch der eine oder andere Beitrag zum Thema Visagistik dabei sein. Immerhin fliegen gleich zwei Make Up Artistinnen mit auf die Insel. All zu viel möchte ich euch jetzt noch nicht verraten, nur etwas, wir werden die Woche durch sehr viel mit dem Elinchrom Ranger Quadra arbeiten. Einer kleinen und leichten mobilen Blitzanlage mit 400Ws. Was man mit dieser Leistung bereits alles machen kann, gibt es ab nächstem Mittwoch täglich hier auf dem Blog zu lesen!
Also schreibt euch den 6. Oktober dick in die Agenda! Alle Blogleser sind zusätzlich eingeladen, uns die ganze Woche durch mit Fragen per Mail und Blogkommentaren zu löchern. Wir werden unser bestes tun, alle Fragen zu beantworten und auch auf Wünsche für Beiträge einzugehen.
Vom 6.-13. Oktober (Mittwoch bis Mittwoch) sind wir auf Mallorca und produzieren für 6 Models Sedcards! Nebenbei wird sicher auch das eine oder andere Thema für den Blog fotografiert. Ihr könnt euch also auf sonnige Beiträge aus Spanien freuen!
Assistent gesucht! (Assistent gefunden! :), wir freuen uns das Blogleser René Beutler mit uns mitfahren wird!)
Für unser Team suchen wir aktuell noch eine/n Assistentin/en! Wenn du Zeit/Lust sowie einen Führerschein besitzt ist das DIE Chance uns eine Woche lang zu begleiten! Da wir die Produktion auf Non-Profit Basis durchführen, tragen alle Teilnehmer ihre Kosten selber. Für den/die Assistent/in heisst dies, Flug nach Mallorca plus 600 CHF für Kost & Logie in unserer gemieteten Finka (Residencia Miramar). Dafür gibts eine Woche lang intensives Coaching und die Möglichkeit auch selber mit den Modellen zu arbeiten!
Bei Interesse bitte eine kurze Mail an -> mail@corneliusfischer.ch
Für alle anderen Blogleser gilt, Kommentarfunktion benutzen und uns Fragen stellen oder Beitragswünsche stellen die wir in der Mallorca Woche für euch umsetzen können!
Und als kleiner Schmankerl, hier eins der 6 Models die wir während der Woche fotografieren werden! Melanie ist unter anderem aktuelles Showroom Model für Calvin Klein Schweiz. :)
Man man, lange ist es seit dem letzten Beitrag her. Um ehrlich zu sein, viel zu lange! Leider hat mein Kalender die letzten Wochen gegen den Blog gearbeitet. Dafür gibt es heute ein besonderes Blitzsetup und zwar ein Beautylight Setup. Und damit wir jetzt nicht noch lange um den heissen Brei reden, kommen wir direkt zur Sache.
Klassisches Beautylicht arbeitet mit einer möglichst weichen Ausleuchtung um das Gesicht und die Haut des Models jugendlich und glatt wirken zu lassen. Der einfachste Weg wäre natürlich schlicht eine grosse Octabox vors Model zu stellen und schwups.. keine Schatten mehr. ;) Aber mal ehrlich, das wäre doch ein klein wenig zu leicht!
Daher hab ich mich für ein Setup entschieden, welches etwas aufwändiger ist. Ein Führungslicht, welches Zeichnung aufs Gesicht bringt, sowie einem Fülllicht, dass die zu harten Schatten aufhellt. Wie das ganze am fertigen Bild aussieht, schaut ihr euch am besten direkt erst einmal an.
Kommen wir also direkt zum verwendeten Setup. Als Führungslicht habe ich ein Elinchrom 44er Beautydish mit eingesetztem Deflektor verwendet. Das ganze war auf einem Galgenstativ montiert und war leicht links versetzt (Kinnschatten beim zweiten Foto!). Als Fülllicht stand recht versetzt und leicht hinter der Kamera eine 140er Octabox. Damit der Hintergrund nicht einfach nur grau wird, stand hinter den Models noch ein Blitz mit 18er Standartreflektor und eingesetzter 30° Wabe. So das waren mal die Blitze. Und jetzt geht es mit den Details weiter.
Gerade der Kinnschatten ist bei einem hoch positioniertem Keylight stark ausgeprägt. Um diesen nochmals etwas zu mildern kam ein Sunbounce Mini Reflektor mit weisser Bespannung zum Einsatz. Die weisse Bespannung reflektiert deutlich weniger Licht als die silberne, zusätzlich ist das reflektierte Licht weicher. Möchte man den Kinnschatten nahezu verschwinden lassen, sollte man die silberne Bespannung verwenden. Ich wollte für diese Bilder hingegen den Schatten nicht gänzlich entfernen, sondern nur aufhellen. Daher kam die besagte weisse Seite zum Einsatz. Achtet beim Einsatz von Reflektoren immer auf die physikalische Grundregel der Lichtreflexion.
Einstrahlwinkel = Ausstrahlwinkel
Mit etwas Übung könnt ihr so das reflektierte Licht bereits ohne Einstelllicht korrekt platzieren. Wenn ihr nicht sicher seid, ob die Reflexion auch wirklich trifft, einfach Studio abdunkeln, Einstelllicht am Blitz einschalten und den Reflektor solange hin und her neigen, bis der Kinnschatten verschwindet/aufgehellt wird.
Um Streulicht von den weissen Wänden zu vermeiden, habe ich rechts und links vom Model noch eine schwarze Styroporwand aufgestellt. Sorry der linke Gobbo ging in der Skizze vergessen. ;)
Kurz etwas zu den Blitzeinstellungen. Keylight war mit f16 eingestellt. Da ich mit dem Canon 70-200 f2.8 fotografiert habe, war dies nötig um genügend Schärfentiefe im Bild zu erhalten. Das Fülllicht ist eine Blende dunkler (f11) eingestellt. Damit wird der Schattenwurf vom Keylight deutlich aufgehellt, jedoch nicht komplett weggeblitzt. Hier seht ihr nun nochmals welche Auswirkung die einzelnen Blitze auf das Bild haben.
Geheimtip
Das Ziel eines jeden Beauty Shootings ist es ja jeweils das Model jung, frisch und mit perfekter Haut zu präsentieren. Viele Fotografen nutzen dafür später in der Bildbearbeitung Filter um die Haut weichzuzeichen. Ich persönlich bin jedoch kein Fan vom Weichbügler. Es geht nämlich auch viel einfacher! Das wichtigste ist erstmal ein perfektes Make-Up von einer Visagistin. Weiss diese nämlich was sie tut, kann sie Unreinheiten und leichte Rötungen bereits nahezu perfekt wegschminken. Im zweiten Schritt ist dann der Fotograf mit dem richtigen Licht gefragt. Belichtet man die Haut relativ hell (+1/3 Blende) kaschiert man damit nochmals kleinere Unreinheiten. Zum Schluss braucht man dann nur noch ein paar Klicks mit dem Kopierstempel und dem Bereichsreparaturpinsel in Photoshop und keinen Weichzeichner mehr! :)
Fassen wir das also alles nochmals kurz zusammen:
Perfektes Make-Up (Grundierung!!) sorgt bereits für ein nahezu makelloses Hautbild
+1/3 Überbelichten kaschiert ebenfalls Hautunreinheiten
Kombination aus “hartem” Keylight und sehr weichem Fülllicht gibt Zeichnung ins Gesicht und ist trotzdem soft
Weisser Reflektor hellt Kinnschatten auf ohne ihn verschwinden zu lassen
So nun wünsche ich euch viel Spass beim ausprobieren! Abschliessend gibts jetzt nochmals ein paar Bilder und vorallem, ein Making of Video von dem Shooting!! :)
Wer von euch hat gestern Abend Germany’s next Topmodel geschaut und weiss noch was für Musik lief als Boris Entrup die Mädels geschminkt hat? Hier kann man das nochmals anschauen/hören, die Szene ist ca. in Minute 60 der Show.
Der Track der da lief heisst No Superstar und stammt von dem Schweizer House DJ Remady. Zu finden ist der Track übrigens auch auf dem GntM Soundtrack…
So aber wieso erzählt ich euch das? Ganz einfach, schaut mal das Bild hier von mir an:
Und wer es jetzt noch nicht gemerkt hat, das auf dem Foto ist DJ Remady. ;) Also was soll das ganze..
Ende 2008 bekam ich den Auftrag Promotion Fotos für einen aufstrebenden House DJ aus der Schweiz zu machen. Eben DJ Remady. Die Arbeit mit Musikern und Bands ist dabei immer sehr interessant und spassig. Trotzdem ist es ein Bereich der Auftragsfotografie die extrem schwer zu kalkulieren ist. Es gibt zu viele Faktoren, welche den Preis für so ein Shooting verändern. Einfach seinen Tagessatz oder Stundensatz verrechnen geht da eigentlich nie. Ist es eine Newscomer Band, wie erfolgreich ist der Musiker bereits, wie gross ist das Label das ihn vermarktet, bezahlt das Label die Fotos oder der Musiker/die Band etc etc. Ihr sehr, dutzende Faktoren die den Preis nach oben oder unten drücken können.
Im Endeffekt führt es dann immer dazu, dass man sich als Fotograf unter Wert verkauft. Hand aufs Herz, tut man das wirklich? Nein, selbst wenn man so einen Shoot mal fast für umsonst macht weil man die Musik der Band persönlich mag. Promobilder sind nämlich auch immense Werbung für den Fotografen. Die Promobilder einer Band findet man nämlich später in Musikmagazinen, Tageszeitungen, Konzertflyern/Plakaten, Webzines etc. wieder. Zwar wird man als Fotograf oftmals nicht erwähnt, trotzdem kann man solche Publikationen in die eigene Liste mit aufnehmen.
Was aber viel wichtiger ist, man darf die Bilder ja auch selber verwenden. Z.B. für das eigene online Portfolio, Facebook, MySpace, Fotocommunity oder eben für den Blogbeitrag hier. Je erfolgreicher der Künstler ist, respektive wird, desto interessanter werden die Bilder auch für mich als Fotograf. Hier geht es also um Prestige.. Fragt euch nämlich mal an welchen Bildern grosse Fotografen in der Öffentlichkeit gemessen werden. In den seltensten Fällen an gewinnbringenden Katalogproduktionen oder tollen Hochzeitsreportagen von Normalsterblichen. Viel wichtiger ist, wer (und das mein ich im Sinne vom Promi-Status) stand bereits vor der Linse des Fotografen. Diese Bilder sind es, die man doch möglichst prominent in seinem Portfolio platziert, damit sie von potenziellen Kunden auch direkt gesehen werden und dieser dann sag: ”boah von dem Fotografen möchte ich meine Hochzeit dokumentiert haben!”
Aus genau diesen obigen Gründen werde ich DJ Remady nächste Woche erneut fotografieren. Diesmal ein paar aktuelle Portraits sowie Konzertbilder seines Showcases im Züricher Club Kaufleuten nächsten Samstag. Und auch diesmal steht der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund, sondern Bilder eines Musikers der in den europäischen Dance Charts aktuell in den Top10 ordentlich mitmischt.
Was ist also die Aussage dieses Posts? Prestigeträchtige Bilder fürs eigene Portfolio sind genauso wichtig wie finanziell interessante Jobs und sollten daher nicht unterschätzt werden! Ich für meinen Teil hab letzte Jahr noch die Schweizer Band Spencer fotografiert. Die Bilder waren dann über Wochen in allen möglichen Zeitungen zu finden. Letzten Sonntag hab ich eine junge MetalCore Band fotografiert. Auch hier war es nicht das Geld ausschlaggebend, sondern ihre Pre-Listening Songs die mir sehr gut gefallen haben und das ich einiges an Potenzial in der Band sehe. Somit also für mich wieder einen aufstrebenden Namen mehr im Portfolio.
Ich hatte es im letzten Beitrag bereits einmal kurz angetönt. Mittels so genannter Korrekturfolien kann man die Farbtemperatur von Blitzlicht beeinflussen und dadurch gerade bei der Outdoor Fotografie sehr kreativ, bereits bei der Entstehung eines Fotos, die Lichtstimmung verändern. Wie das aussieht möchte ich jetzt als erstes einmal zeigen..
Also was wurde oben gemacht?? Zunächst einmal wichtig, die Ausleuchtung des Models erfolgt hier primär über das Blitzlicht. Auf dem linken Bild wurde das Blitzlicht nicht verändert und der Weissabgleich auf die Farbtemperatur von 5000K eingestellt. Das Resultat ist ein Hintergrund wie man ihn kennt kurz nach Sonnenuntergang. Gelblich, warme Farbtöne. Für das rechte Bild habe ich eine Lee204 Folie (oder auch full CTO genannt) vor den Blitz montiert. Dieser Filter senkt nun die Farbtemperatur des Blitzlichtes auf ca. 3200K. Damit das Model nun mit korrekten Farben abgebildet wird, muss der Weissabgleich entsprechend auf 3200K verstellt werden. Und siehe da, der Hintergrund wird blau.. aber wieso?
Schauen wir uns mal folgende Grafik an:
Durch das verschieben des Weissabgleiches auf 3200K, senken wir ebenfalls die Farbtemperatur des Hintergrundes. Dies führt dazu dass das warme Abendlicht (ca.4500-5000K) im Hintergrund nun oberhalb (rechts) von unserem gesetzten Weisspunkt liegt. In der Grafik erkennt man sehr schön, dass Licht mit einer Temperatur von 4500-5000K nun im blauen Bereich liegt. Also entsprechend auch bläulich im Foto erscheint.
Diesen Effekt kann man nun kreativ (wie oben) nutzen, oder aber auch in Situationen wo die natürliche Lichttemperatur nicht zum Motiv passt. Im Bild unten, habe ich das Gegenteil zum obigen Bild gemacht. Das Foto wurde während der blauen Stunde an einem bewölkten Tag aufgenommen. Die Farbtemperatur des Tageslichtes Betrug also rund 9000-15’000K. Durch eine full CTB (blau) Folie auf dem Blitz, konnte ich diesen dem Hintergrundlicht anpassen und somit den Weissabgleich entsprechend nach oben schieben.
Hätte ich das Blitzlicht in diesem zweiten Beispiel nicht an das Tageslicht angepasst, hätten wir ein deutlich sichtbares Problem. Entweder hätten wir den Weissabgleich auf das (nicht korrigierte) Blitzlicht gesetzt und der Hintergrund wäre sehr kalt geworden, oder wir hätten den Weissabgleich auf den Hintergrund gesetzt und das Model wäre viel zu warm in der Ausleuchtung.
Ihr seht, Korrekturfolien (CTO und CTB) lassen sich einmal zur reinen Korrektur, aber eben auch kreativ einsetzen. Wobei der kreative Einsatz natürlich deutlich mehr Spass bereitet. ;) Daher gibts jetzt abschliessend noch ein paar Fotos mit kreativem Einsatz der CTO Folie.
Ich habe hier ein Nude Make Up geschminkt. Ziel dieses Make Ups ist es, möglichst ungeschminkt zu wirken und eine natürliche Frische auszustrahlen.
Was wurde gemacht?
- Kleine Pickelchen wurden abgedeckt (bei genauem Hinsehen erkennt man 3)
- Die Haut wurde geebnet mit flüssigem Make Up, Concealer und Puder
- Die Tränensäcke sind mit Hilfe von Crème gemildert.
- Die Wangenknochen habe ich durch Rouge hervorgehoben.
- Die Augen sind leicht betont mit feinen Brauntönen und wenig Tusche.
- Mit einem speziellen Gloss wurden die Lippen voller gemacht.
- Was man hier leider nicht sieht sind die nachgezogenen Augenbrauen.
- Die Nase ist optisch verkleinert (modelliert)
Was ich mit Make up leider nicht wegmachen kann, sind Fältchen, offene Wunden und Narben. Was ich auch nicht beeinflussen kann, sind Schatten im Gesicht. Das kann man nur mit Hilfe vom richtig eingestellten Licht vermeiden.