Make-up, der wahre Weichzeichner

Es mag etwas komisch erscheinen das ich als Fotograf einen Beitrag zum Thema Visagistik und Make-up verfasse. Jedoch möchte ich keine Technik beschreiben oder irgendwelche Tricks verraten, vielmehr möchte ich die praktischen Vorteile, die man als Fotograf von einem professionellem Make-up hat, zeigen.

Es ist ein Phänomen das man immer wieder sieht. Einsteiger in der People Fotografie bemühen Photoshop, genauer gesagt den Gaußchen Weichzeichner, um die Hautstruktur ihrer Models weicher zu machen. Oftmals, vor allem aus mangelnder Übung, wird aus einer gewollten Verbesserung eine ungewollte VerUNbesserung. Anstatt eine schöne weiche Hautstruktur hat man am Schluss ein künstliches Barbiegesicht ohne jegliche Hautstruktur, dem man bereits aus grossem Abstand ansieht das es weichgespült wurde. Denn eine Weichzeichnung der Haut, ohne deren Porenstruktur völlig zu zerstören, bedarf einiger Übung und Erfahrung im Umgang mit den diversen Weichzeichnungs- und Retuschefunktion von Photoshop.

Einen einfacheren und vor allem viel effizienteren Weg, bietet ein perfektes Make-up von einer professionellen Visagistin. Da mein Fachgebiet die Fotografie ist, kann ich euch jetzt nicht erklären wie genau dies alles funktioniert, aber ich kann euch ein vorher/nachher Bild zeigen, dass eindrücklich die verfeinerte Hautstruktur aufzeigt. Geschminkt wurde ein sogenanntes Nude Make-up. Also ein Make-up das natürlich und ungeschminkt aussehen soll.

Nude Make-up

Links seht ihr das Model völlig ungeschminkt. Zugegeben, die Hautstruktur ist bereits sehr gut. Trotzdem sieht man noch kleine Rötungen, Flecken, Muttermale und Tränensäckchen.

Rechts habt ihr das Nude Make-up. Die Hautstruktur ist ebenmässig, Rötungen, Glanzstellen und Muttermale sind weg. Ebenfalls fast nicht mehr sichtbar sind die Tränensäckchen. Gleichzeitig wurde das Gesicht sowie die Nase etwas modelliert. Alles in allem ein perfektes Ergebnis und ein frisch wirkendes Gesicht.

Ihr seht, bereits ein perfektes Make-up erleichtert euch als Fotograf die Arbeit immens. Anstatt das ihr bei jedem Foto eine umfangreiche Retusche machen müsst, bleiben nur noch ein paar ganz wenige Klicks übrig. Ebenfalls kann man den Weichzeichner nun getrost in seinem Menu lassen.

Es lohnt sich also bei einem der nächsten Shootings mal eine Visagistin zu engagieren die eurem Model ein gutes Make-up schminkt.

An dieser Stelle möchte ich euch aber noch einen weiteren kleinen Trick verraten, wie ihr als Fotografen die Hautstruktur eurer Models feiner und ebenmässiger erscheinen lassen könnt. Egal ob ihr mit Blitzlicht oder mit Dauerlicht (z.B. Tageslicht) fotografiert, messt euer Licht mit einem Belichtungsmesser ein und fotografiert anschliessend gut 3/10 bis 4/10 heller als euch der Belichtungsmesser für die Gesichtshaut angegeben hat. Durch diese leichte Überbelichtung kaschiert ihr wunderbar leichte Rötungen und Unreinheiten der Haut, ohne dass diese dabei in den Spitzlichtern ausfrist. Ebenfalls solltet ihr zu hartes Licht vermeiden. Dieses hebt euch Unreinheiten und Poren in der Haut nur zusätzlich hervor.

In dem Sinne, versucht mal auf den guten alten Gaußchen Weichzeichner zu verzichten. Ein gutes Make-up und entsprechende Belichtung führen in der Regel zu einem besseren Ergebnis und sparen euch viel viel Arbeit!

Beauty Portrait

Mallorca, Tag 6 – Dirty Glamour Make-up (Teil I)

Hallo meine Lieben! Hier kommt mein erster Beitrag für unsere Rubrik Make-up & Styling.

Im ersten Teil dieses Blogs erkläre ich euch, wie ihr einen Dirty Glamour Look hinkriegt (natürlich inklusive Making-of Fotos) und im zweiten Teil wird euch Cornelius das Setup des Shootings erklären.

Nun aber zum wesentlichen Teil und worauf ihr alle wartet: wie erzielen wir diesen Dirty Glamour Look?

Wie bei jedem anderen Make-up habe ich damit begonnen die Gesichtshaut vorzubereiten (gründlich abschminken/ Tonic/ Tagescrème). Dann habe ich alle Unreinheiten mit Concealer abgedeckt und sowohl Rötungen, als auch dunkle Schatten unter den Augen neutralisiert.

Anschliessend habe ich mit Flüssig Make-up grundiert um einen möglichst ebenmässigen Teint zu erhalten. Die Augenbrauen sind mit einem dunkelbraunen Brauenstift  nachgezogen worden, den ich etwas dunkler als die natürliche Haarfarbe gewählt habe (wir wollen ja Effekt).

Nun kommt der spannende Teil – die Augen! Ich habe das gesamte Lid bis zum Brauenbogen zuerst mit einem hellen, leicht glänzenden Beige grundiert. Dann kommen die Smokey Eyes in einem kühlen Dunkelbraun.

Meine Smokey Eyes sind bewusst nicht optimal verblendet.  Schliesslich wollte ich einen Dirty Look erzielen (geniesst’s und brecht die Regeln!). Gemittet auf dem beweglichen Lid habe ich zusätzlich ein glänzendes Highlight in einem warmen Braun gesetzt. Dieses Braun wurde auch benutzt, um die Ränder der Smokey Eyes auslaufen zu lassen. Umrandet habe ich das Auge intensiv mit schwarzem Kajal. Das klappt aber auch wunderbar mit Cream Liner und starker Wimpernkranzverdichtung. Und jetzt darf Gold geklebt werden! Glamourous soll’s sein! Gold Glitter bekommt ihr in den meisten Bastellädeli oder Fasnachtslädeli und kleben lässt sich der Glitter problemlos mit Augenbrauengel. Mit dem Pinsel für Flüssigliner lassen sich die kleinen Dinger auch sehr gut genau dort platzieren, wo man sie denn auch möchte. Nun kleben wir noch ausdrucksstarke Wimpern und die Augen wären soweit fertig!

Das Rouge soll nicht allzu sehr auffallen. Ich habe einen rosa/braun Ton gewählt. Die Lippen habe ich mit Concealer abgedeckt und dann nur mit neutralem Lipgloss als schlichte Nude Lips geschminkt.

Was nun noch fehlt, ist der Dirty Look. Glamour haben wir ja schon. Ich habe mich mit ganz dunklem Flüssig Make-up ausgetobt (verschiedene dunkle Lidschatten helfen dabei auch). Zum Schluss kommen noch letzte Details fürs Finish dazu. In meinem Fall sind dies der Wet Look der Haare (mit Wasser, Gel und Spray leicht zu erzielen), die schwarzen Fingernägel und das passende Paillettenkleid.

Dieser Dirty Glamour Look ist schlichtweg wunderbar. Er setzt eurer Kreativität keine Grenzen! Viel Spass dabei! (Ich hatte ihn!)

Mallorca wir kommen!

Die Zeit rennt mal wieder ungemein mit der Folge das es viel zu lange keine spannenden Blogbeiträge mehr gegeben hat! Doch dies hat nun, oder besser gesagt nächste Woche, endlich ein Ende! Am Mittwoch 6. Oktober geht es für eine Woche auf die Insel. Ab nach Mallorca, Sonne, Strand, Mädels und Urlau.. natürlich NICHT! Urlaub machen auf Mallorca wäre doch viel zu einfach. Wir reisen mit einem fünfköpfigen Team auf die Insel um für 5 Models der Aarauer Agentur Nadja Kohler Models Sedcards zu produzieren. Und weil uns das noch nicht genug ausfüllt, wird es ein Insel Tagebuch geben!

Während der ganzen Woche werden wir euch täglich von unseren Shoots berichten, euch unser Material vorstellen, Techniken erläutern, Setups liefern und viele mehr. Sicher wird auch der eine oder andere Beitrag zum Thema Visagistik dabei sein. Immerhin fliegen gleich zwei Make Up Artistinnen mit auf die Insel. All zu viel möchte ich euch jetzt noch nicht verraten, nur etwas, wir werden die Woche durch sehr viel mit dem Elinchrom Ranger Quadra arbeiten. Einer kleinen und leichten mobilen Blitzanlage mit 400Ws. Was man mit dieser Leistung bereits alles machen kann, gibt es ab nächstem Mittwoch täglich hier auf dem Blog zu lesen!

Also schreibt euch den 6. Oktober dick in die Agenda! Alle Blogleser sind zusätzlich eingeladen, uns die ganze Woche durch mit Fragen per Mail und Blogkommentaren zu löchern. Wir werden unser bestes tun, alle Fragen zu beantworten und auch auf Wünsche für Beiträge einzugehen.

Der Vorher/Nachher Effekt

Ich habe hier ein Nude Make Up geschminkt. Ziel dieses Make Ups ist es, möglichst ungeschminkt zu wirken und eine natürliche Frische auszustrahlen.

Was wurde gemacht?

- Kleine Pickelchen wurden abgedeckt (bei genauem Hinsehen erkennt man 3)
- Die Haut wurde geebnet mit flüssigem Make Up, Concealer und Puder
- Die Tränensäcke sind mit Hilfe von Crème gemildert.
- Die Wangenknochen habe ich durch Rouge hervorgehoben.
- Die Augen sind leicht betont mit feinen Brauntönen und wenig Tusche.
- Mit einem speziellen Gloss wurden die Lippen voller gemacht.
- Was man hier leider nicht sieht sind die nachgezogenen Augenbrauen.
- Die Nase ist optisch verkleinert (modelliert)

Was ich mit Make up leider nicht wegmachen kann, sind Fältchen, offene Wunden und Narben. Was ich auch nicht beeinflussen kann, sind Schatten im Gesicht. Das kann man nur mit Hilfe vom richtig eingestellten Licht vermeiden.

Wimpern kleben

Fast bei jedem Shooting werde ich beim Wimpern kleben gefragt, ob das schwer ist und was man beachten muss. Genau so oft höre ich, dass das Model/die Kundin Mühe hat, die Wimpern anzubringen, ohne dass sie sich gleich wieder löst. Mit ein wenig tricksen ist Wimpern kleben keine Hexerei.


Am Besten fangen wir gleich beim Wichtigsten an: Der Kleber.
Je nach dem wo man die Wimpern kauft, ist ein Kleber in der Packung mit dabei. Meistens in einem kleinen Glasfläschen, oder in einer kleinen Tube. Das Problem bei diesen Klebern ist oft, dass ein viel zu starkes Lösemittel drin ist wie zum Beispiel Ethanol. Das Gelingen vom Kleben ist mit diesem Inhaltsstoff sowieso zum Scheitern verurteilt. Durch die Dämpfe fängt das Auge an zu tränen, der Kleber wird durch die Tränen aufgeweicht und die Wimper löst sich sofort wieder. Und die Schminke verläuft leider auch. Das ist dann ganz ärgerlich.

Mein Tipp: weisser Wimpernkleber. Ich benutze den von Kryolan. Es dauert zwar etwas länger bis er trocknet, das Resultat ist aber super. Er wird durchsichtig sobald er getrocknet ist und halten tut er auch.

Und hier ein Tipp zum weissen Kleber: Wie man auf dem Bild sieht, drück ich mir immer soviel Kleber wie ich brauche auf den Handrücken (kann man natürlich auch woanders hin machen) und lasse ihn auf meiner Hand antrocknen. Nach ca. 30 Sekunden gebe ich ihn dann auf die Wimper.

Nun zur Wimper selber. Nicht jedes Auge ist gleich. Die Wimpern halten besser, wenn sie an den Wimpernkranz angepasst werden. Das ist ganz einfach. Die Wimpern haben von Haus aus immer eine Leimschicht dran. Aus der Packung nehmen, einmal ans obere Lid randrücken und schauen obs passt. Ist die Wimper zu lang, kann man mit einer Schere vom “inneren” Teil (der Teil der näher an der Nase ist) ein Stückchen wegschneiden.
Bei “Billigwimpern” kommt es vor, dass das Bändchen zu hart ist und der Schwung fehlt. Hier kann man die Wimper etwas vorbiegen. Das funktioniert wie mit einem Geschenksband. Ich machs immer mit einem Fingernagel.

Beim Anbringen sollte man nicht zu zögerlich rangehen. Das Auge ist ja nicht aus Glas – naja selten – darum darf man auch etwas mit Druck arbeiten. Sobald die Wimper dran ist, drück ich sie mit den Fingern an beiden Augenwinkeln an. Wichtig ist, dass die Wimper ganz dicht am Wimpernkranz und nicht oberhalb angebracht wird.

Und nun viel Spass beim nächsten Versuch :-)

Augenbrauen & Tages Make up

In meinem ersten Beitrag möchte ich euch grundlegendes zum Thema Augenbrauen zupfen und Tages Make up zeigen. Als “Rohdiamant” Model stand mir Luise zur Verfügung, die Bilder wurden von Cornelius gemacht. Sehr schön ist der wahnsinnige Vorher/Nachher Effekt den man sehr gut auf den Bildern erkennen kann.
Dabei wirkt das Gesamtbild gepflegt und natürlich. Während des Shoot waren wir alle (vor allem ich) fasziniert vom Eindruck, den Luise auf uns gemacht hat. Sie wirkte viel selbstbewusster und selbstsicherer, obwohl eigentlich nicht viel geschminkt wurde. Ich habe lediglich ein ebenes Hautbild geschaffen mit Hilfe von flüssigem Make Up, Concealer für die Unreinheiten und transparentem Puder. Dazu ein wenig Lidschatten mit Lidschattierung, Wimperntusche, Eyeliner, Lipgloss und Rouge. Und doch haben wir eine solche Wirkung erzielt.

In einem späteren Beitrag werde ich noch auf die Hauttypen in Bezug auf die Auswahl der Grundierung eingehen.

Augenbrauen

Grundregel beim zupfen: Nichts übereilen!

Tips

  • Nach einer warmen Dusche lassen sich die Haare leichter zupfen.
  • Haut beim zupfen etwas auseinanderziehen
  • Nicht zu viel rumzupfen. Zwischendurch der Haut Zeit geben um abzuschwellen
  • Nur in Wuchsrichtung zupfen
  • Nach dem Zupfen kühlen und bei Bedarf desinfizieren

Das Zupfen
Um die optimale Form zu zupfen, sollte man ein paar Sachen beachten.
Es passiert häufig, dass man sich in der Eile verzupft und zu viele Brauen ausreisst. Darum sollte man sich dafür Zeit nehmen, schliesslich sind die Augenbrauen einer der wichtigsten Teile in unserem Gesicht. Das Schneiden der Brauenhaare mit der Schere sollte vermieden werden. Das Haar wirkt an den Spitzen dicker und verläuft nicht mehr schön in der Brauenform. Auch beim rasieren ist Vorsicht geboten. Die Brauen wirken durch das Rasieren dicker und sind deutlicher sichtbar beim nachwachsen.
Hat man die Geduld nicht dazu, geht man am besten zum Profi. Eine schön gezupfte Augenbraue lässt das Auge grösser und offener wirken. Zudem macht es einen gepflegteren Eindruck.

Die Vorbereitung
Vor der Grundierung sollte man die Haut reinigen. Da hat jeder seine bevorzugten Produkte. Wenn es mal schnell gehen sollte, gibt es auch einfache Mittel wie Reinigungs- und Peelingpads. Nach der Reinigung ist es wichtig, eine Crème aufzutragen. Auch eine erfrischende Augencrème ist in jedem Alter zu empfehlen. Das kann Tränensäcke mindern und feine Fältchen heben. Auf das Reinigen sollte man vor jedem Make up nicht verzichten!

Tages Make up
Für ein dezentes Tages Make up brauchen wir:
  • Eine passende Grundierung (Foundation)
  • Einen Abdeckstift (Concealer)
  • Sanfte Lidschattenfarben passend zum Typ
  • Einen dezenten Lipgloss/Lippenstift
  • Ein zum Lipgloss/Lippenstift passendes Rouge
  • Wimperntusche
  • Eyeliner in braun oder schwarz (je nach Typ)

Tipps
  • Grundierung auf der Wange und nicht auf der Hand testen
  • Beim Kauf der Grundierung auf Hauttyp (trocken, fettig) achten
  • Für kranke Haut (z.B. Akne) gibt es antiseptische Make ups
  • Bei trockener Haut auf zusätzlichen Puder verzichten
  • Abdeckstift für dunkle Stellen unter dem Auge verwenden
  • Augen nur dezent schminken, sonst fehlt die Steigerungsmöglichkeit zum Abend Make up
  • Wimpernkranz mit einem Eyeliner optisch verdichten
  • Rouge so auftragen, dass es natürlich wirkt