Kreativer Einsatz von Korrekturfolien für Blitzlicht

 

Ich hatte es im letzten Beitrag bereits einmal kurz angetönt. Mittels so genannter Korrekturfolien kann man die Farbtemperatur von Blitzlicht beeinflussen und dadurch gerade bei der Outdoor Fotografie sehr kreativ, bereits bei der Entstehung eines Fotos, die Lichtstimmung verändern. Wie das aussieht möchte ich jetzt als erstes einmal zeigen..

Also was wurde oben gemacht?? Zunächst einmal wichtig, die Ausleuchtung des Models erfolgt hier primär über das Blitzlicht. Auf dem linken Bild wurde das Blitzlicht nicht verändert und der Weissabgleich auf die Farbtemperatur von 5000K eingestellt. Das Resultat ist ein Hintergrund wie man ihn kennt kurz nach Sonnenuntergang. Gelblich, warme Farbtöne. Für das rechte Bild habe ich eine Lee204 Folie (oder auch full CTO genannt) vor den Blitz montiert. Dieser Filter senkt nun die Farbtemperatur des Blitzlichtes auf ca. 3200K. Damit das Model nun mit korrekten Farben abgebildet wird, muss der Weissabgleich entsprechend auf 3200K verstellt werden. Und siehe da, der Hintergrund wird blau.. aber wieso?

Schauen wir uns mal folgende Grafik an:

Durch das verschieben des Weissabgleiches auf 3200K, senken wir ebenfalls die Farbtemperatur des Hintergrundes. Dies führt dazu dass das warme Abendlicht (ca.4500-5000K)  im Hintergrund nun oberhalb (rechts) von unserem gesetzten Weisspunkt liegt. In der Grafik erkennt man sehr schön, dass Licht mit einer Temperatur von 4500-5000K nun im blauen Bereich liegt. Also entsprechend auch bläulich im Foto erscheint.

Diesen Effekt kann man nun kreativ (wie oben) nutzen, oder aber auch in Situationen wo die natürliche Lichttemperatur nicht zum Motiv passt. Im Bild unten, habe ich das Gegenteil zum obigen Bild gemacht. Das Foto wurde während der blauen Stunde an einem bewölkten Tag aufgenommen. Die Farbtemperatur des Tageslichtes Betrug also rund 9000-15’000K.  Durch eine full CTB (blau) Folie auf dem Blitz, konnte ich diesen dem Hintergrundlicht anpassen und somit den Weissabgleich entsprechend nach oben schieben.

Hätte ich das Blitzlicht in diesem zweiten Beispiel nicht an das Tageslicht angepasst, hätten wir ein deutlich sichtbares Problem. Entweder hätten wir den Weissabgleich auf das (nicht korrigierte) Blitzlicht gesetzt und der Hintergrund wäre sehr kalt geworden, oder wir hätten den Weissabgleich auf den Hintergrund gesetzt und das Model wäre viel zu warm in der Ausleuchtung.

Ihr seht, Korrekturfolien (CTO und CTB) lassen sich einmal zur reinen Korrektur, aber eben auch kreativ einsetzen. Wobei der kreative Einsatz natürlich deutlich mehr Spass bereitet. ;) Daher gibts jetzt abschliessend noch ein paar Fotos mit kreativem Einsatz der CTO Folie.

People Fotografie – Outdoor & on Location

Der Frühling ist da. Die Temperaturen steigen, die Natur erstrahlt in saftigem Grün und als Fotograf zieht es einen wieder aus dem Studio. Draussen fotografiert es sich doch immer noch am besten. Sicher?

Wer viel im Studio fotografiert, geniesst dort auch die vollen Vorzüge Herr des Lichtes zu sein. Es gibt keine störenden Faktoren wie Tageslicht, Wolken die Lichtverhältnisse innert kürzester Zeit ändern und es gibt nur schönes Wetter. ;) Outdoor geniesst man zwar die Qual der Wahl von der Location, muss aber auch das bereits vorhandene Licht einkalkulieren. Sonnenlicht ist brutal hart und direkt und nur selten wirklich schön. Im Schatten kämpft man damit, dass der Hintergrund im Sonnenlicht entweder zu hell wird, oder das Model zu dunkel. Ohne Hilfsmittel gehts Outdoor also auch nicht immer. Dabei gibts diverse Möglichkeiten wie man als Fotograf auch on Location das vorhandene Licht manipulieren oder ergänzen kann. Mittels Reflektoren kann vorhandenes Licht genutzt werden um punktuell aufzuhellen oder zweckentfremdet kann man sie auch zum abschatten benutzen. Ebenfalls eine Möglichkeit ist Blitzlicht. Mittels Aufsteckblitzen oder einer mobilen Studioanlage kann man aufhellen oder sogar das vorhandene Tageslicht “überblitzen” und so eine ganz eigene Lichtstimmung erzeugen.

Eins haben jedoch alle Methoden gemeinsam, Ziel ist es immer eine ausgewogene Lichtstimmung zu erzeugen. An dieser Stelle möchte ich gerne drei Beispiele geben wie dies Outdoor gelingt.

Aufhellen mittels Blitzlicht – der Klassiker

Ein Problem an sonnigen Tagen ist der enorme Kontrastumfang zwischen direktem Sonnenlicht und Schatten. Ein einfacher Weg mehr Kontrolle über das Licht zu erhalten, ist das Model im Schatten eines Baumes oder eines Gebäudes zu fotografieren. Ist dabei jedoch der Hintergrund im Sonnenlicht entsteht das Problem das man entweder das Model korrekt belichtet oder den Hintergrund.

Im linken Beispiel seht ihr, was passiert wenn man die Belichtung so wählt, dass der Hintergrund nicht völlig überbelichtet rauskommt. Auf dem rechten Bild habe ich mittels eines Blitzes das im Schatten sitzende Model aufgehellt. Der Clou daran ist, die richtige Balance zwischen Hintergrund und Blitzlicht zu finden. Gerade wenn ihr unter einem Baum arbeitet, habt ihr oft ein schönes Lichtspiel von Sonnenstrahlen die es durch das Blätterwerk schaffen. Dieses gilt es ebenfalls nicht völlig zu überblitzen. Im rechten Bild könnt ihr diese kleinen Sonnen”spots” immer noch schön erkennen.

Im obigen Beispiel habe ich einen Aufsteckblitz mit einer Lasolite Ezybox (38x38cm) verwendet. Diese stand links von mir auf einem Stativ. Der Blitz wurde mittels Pocket Wizard Triggern ausgelöst. Vorteil der PW’s ist die volle E-TTL Unterstützung von Canon Kameras. Ich musste den Blitz also nicht einmessen, sondern konnte einfach drauf los fotografieren. Die E-TTL Blitzautomatik hat die korrekte Blitzlichtmenge zum Aufhellen des Models für mich ermittelt. Alternativ zu den teuren PW’s kann man auch einfach ein billiges E-TTL Kabel verwenden, auf die optischen Übertragung der Kamerahersteller zurückgreifen (im Schatten funktionieren diese recht gut) oder klassisch voll manuell arbeiten.

Vorhandenes Licht überblitzen

Je nach Wahl der Location kann man mit dem mitgebrachten Blitzlicht auch das vorhandene Tageslicht überblitzen und so eine neue Lichtstimmung erzeugen. Dies eignet sich vorallem dann, wenn die Location komplett im Schatten liegt. Im Beispiel hier, habe ich einen Treppenaufgang gewählt der von einem Gebäude völlig überdacht wurde.

Ohne das Blitzlicht hätte eine relativ langweilige Stimmung geherrscht. Alles wäre gleich hell gewesen.. Durch das Blitzlicht ist nun eine Art “Spot” auf dem Model entstanden und hat dieses schön vom Hintergrund abgesetzt. Die Wahl der Location fiel dabei nicht völlig ungeplant. Das violette Kleid harmoniert farblich sehr gut mit dem gräulich/bläulichen Steinhintergrund. Um die Hintergrundstimmung noch weiter bläulich erscheinen zu lassen, habe ich das Blitzlicht mittels einer 1/4 CTO (color temperature orange) Folie eingefärbt. Den Weissabgleich hab ich anschliessend auf das nun deutlich wärmere Blitzlicht gesetzt. Dadurch verschiebt sich das Tageslicht im Hintergrund ins bläuliche.

Zum Einsatz kam ebenfalls wieder ein Canon Speedlight sowie die Lasolite Ezybox.

Richtige Location – Available ohne alles

Nicht immer ist es jedoch nötig, das man als Fotograf auf Hilfsmittel zurückgreift. Mit dem richtigen Blick finden sich auch Locations die ohne jegliches zutun bereits schönes Licht aufweisen. Im unteren Beispiel habe ich mir die vorhandene Lichtreflektion zunutze gemacht. Als Hintergrund diente ein Metallaufbau der das Model gegenüber der Sonne komplett abgeschattet hat. Direkt gegenüber befand sich ein zweiter Aufbau, der das Sonnenlicht wunderschöne reflektiert hat.

In diesem Beispiel musste ich nur den richtigen Standpunkt finden, von dem aus die streifenförmige Reflexion des Sonnenlichtes auf/neben dem Model  erschien. Ihr seht, manchmal braucht es keine Hilfsmittel sondern nur ein gutes Auge für das bereits vorhandene Licht.

Um es nochmals auf den Punkt zu bringen. Das wichtiges bei Outdoor Fotos ist immer die Harmonie aus vorhandenem Licht und dem was man als Fotograf ergänzend hinzugibt. Sei es durch Blitzlicht, durch Aufhellen mittels Reflektoren oder wie im letzten Beispiel oben, durch eine bereits vorhandene Reflexion! Vergesst auch niemals, ein Reflektor ist niemals heller als das Licht was er reflektiert. ;)


Wer sich nun bis hier durchgearbeitet hat, den möchte ich gerne auf meinen nächsten Workshop aufmerksam machen. Am 16. Mai veranstalte ich auf dem Gelände der ETH Zürich (Hönggerberg) einen Workshop zur Thematik der Outdoor Fotografie. Wir werden uns ausführlich damit beschäftigen wie man vorhandenes Licht manipuliert oder mittels Blitzlicht ergänzt um gut ausgeleuchtete Bilder zu erhalten. Auch die Wahl der richtigen Location wird ein Thema sein, denn nicht jeder Hintergrund passt zu jedem Outfit. Aktuell sind noch 4 Plätze frei, die Anmeldefrist läuft noch bis zum 9. Mai. Infos gibts oben im “Workshop” Menu.

[Blitzsetup] Geblitzte Vignette

Lange war es ruhig um unseren Blog. Doch nur keine Angst, auch wenn es keine aktuellen Beiträge gegeben hat, war es hinter den Kulissen alles anderen als ruhig. Dazu aber bald mehr.. Heute möchte ich euch ein Setup zeigen, welches bei einem Sedcard Shooting letzte Woche verwendet habe. Ziel war es, einen sehr kontrastreichen Look zu erzeugen, welcher bereits auf dem Originalbild eine “Vignettierung” aufweist.

Sicher wird es jetzt Leser geben, die sich fragen wieso man die Vignette nicht einfach per Photoshop montiert. Sicher wäre das eine Möglichkeit. Jedoch hatte ich bereits im Studio eine ziemlich exakte Vorstellung wie die Bilder aussehen sollten und wenn man die Vignette bereits mit einem sauberen Lichtsetup erstellt, vereinfacht dies die spätere Bearbeitung der Bilder enorm!

Schauen wir uns mal das obige Originalbild an. Man kann bereits gut den “Spot” auf dem Oberkörper des Models erkennen und die daraus resultierende Vignettierung des gesamten Bildes. Weiter haben wir einen relativ harten Schlagschatten der leicht seitlich nach rechts versetzt ist. Demnach stand das Führungslicht leicht erhöht und ebenfalls leicht links aus Sicht der Kamera.

Benutzt habe ich ein 44er Softlight (Beautydish) in silber von Elinchrom mit eingesetztem Deflektor (ebenfalls in silber) an einem Ranger Quadra. Das ganze Stand auf einem Manfrotto Boom Stativ. Dies war nötig um das Dish möglichst zentral und nah (Abstand unter einem Meter) am Model zu platzieren, ohne dass ein Stativ im Bild gestanden wäre. Der kurze Abstand ist deshalb wichtig, damit der Helligkeitsabfall möglichst stark zwischen Oberkörper und Füssen/Bildrand ist. So erhalten wir die schöne Abdunklung rund um den Oberkörper.

Und hier haben wir auch die beiden wichtigsten Punkte von diesem Setup! Wahl des richtigen Lichtformers & Positionieren. Wieso also das 44er Softlight in silber. Mit einem Standartreflektor (z.B. 21cm) hätte man auch einen “Spoteffekt” blitzen können. Jedoch wäre das Licht massiv direkter und härter. Das Beautydish stellt dagegen den richtigen Kompromiss aus “weichem” Licht und runder Ausleuchtung dar. Der eingesetzte Deflektor softet das Licht zudem nochmals etwas ab. Zudem ist es wichtig ein silbernes Dish zu verwenden. Vergleicht man nämlich die Leuchtkegel vom silbernem und vom weissem Softlight, so beträgt der Abstrahlwinkel beim silbernem 55° wohingegen das weisse einen Abstrahlwinkel von 80° aufweist (für Elinchrom Dishes). Somit wäre es mit dem weissen Dish garnicht möglich einen so engen Fokus des Lichts auf den Oberkörper/Kopf des Models zu erhalten.

Fassen wir die wichtigen Punkte nochmals zusammen:

  • Bereits vor dem Aufbau überlegen was man für ein Foto möchte und entsprechendes Licht aufbauen (erspart spätere Photoshop-Zeit!!!)
  • Wenn ihr die Charakteristik eurer Lichtformer kennt, spar euch das viel Zeit mit Ausprobieren/Umbauen
  • Lichtabfall berücksichtigen (Doppelter Abstand Blitz-Model = vierfache Fläche 2 Blenden Lichtabfall)
  • Abstand zwischen Blitz-Model im Auge behalten!! Bewegt sich das Model von der Wand weg, den Blitz im gleichen Abstand mit wegziehen, damit die Einstellungen gleich bleiben!

Habt Mut zur Reduktion und zur Lichtführung mit viel Schatten. Das Spiel mit Licht und Schatten kann sehr viel Spannung in Fotos bringen, zudem fördert das Arbeiten mit nur einem Blitz die Kreativität bei der Lichtführung. Ihr werde viel mehr ausprobieren um zu schauen was der aufgesetzte Lichtformer überhaupt für Licht macht! Diese Reduktion ist vergleichbar mit dem Fotografieren mit Festbrennweiten. Durch das Einschränken von Möglichkeiten, ist man automatisch gezwungen mehr zu experimentieren, was einen sehr grossen Lerneffekt beinhaltet!

[Dr. Blitz erklärt] GntM Gepäckband Blitzsetup

Sie laufen wieder (zumindest mehr oder weniger), die Germanys Next Topmodel’s von Model Mami Heidi Klum und ich oute mich hiermit als fleissiger Zuschauer. Wenn es auch beizeiten durchaus sehr schwer fällt zwischen all der Werbung und der Selbstinszenierung von Heidi. Allerdings hat die Show auch einen schönen Nebeneffekt. Man kann bei den Fotoshootings immer ein wenig erkennen was die jeweiligen Fotografen für Sets benutzen um die Models und die Szenerie auszuleuchten. Inspiriert durch die Idee/Wunsch meines Arbeitskollegen Martin (liebe Grüsse an dieser Stelle), möchte ich die aktuelle Staffel nutzen um euch das eine oder andere Setup so gut es geht kurz zu skizzieren und erklären. Den Anfang mach ich auch gleich mit dem heutigen Shooting auf dem Gepäckband vom Münchner Flughafen. Wie man sehen konnte, ne ziemlich wackelige Angelegenheit für die Mädels. ;)

Und am besten zum Einstieg gleich mal ein Foto (geliehen von der ProSieben Website). Fotograf war Mayk Azzato, Fashion und Celebrity Fotograf aus Frankfurt.

Während des Shootings mit den Mädels konnte man zwischendurch immer wieder kurze Einblicke in sein Setup erhaschen. Daher fällt es auch etwas einfacher genau zu erklären was er gemacht hat. Führungslicht war in diesem Fall eine grosse Octa Softbox ohne Frontdifusor (mehr dazu gleich). Schätzungsweise 150cm im Durchmesser. Dazu hat er für den Hintergrund mindestens drei Effektleuchten mit Waben benutzt. Fotografiert hat Mayk übrigens mit einer Nikon und wahrscheinlich einem 24-70mm f2.8. Das Setup sah in etwa wie folgt aus, und hiermit kommt nun auch meine erste Handskizze (freut euch schon auf mehr davon..):

Führungslicht

Wie ich gerade geschrieben habe, hat Mayk für die Fotos eine ca. 150cm grosse Octabox verwendet ohne Frontdifusor. Durch das Weglassen des Frontdifusors erreicht man ein etwas härteres Licht. Die Grösse der Box war insofern wichtig, um die Mädels möglichst flächig auszuleuchten. Hätte er z.B. ein Beautydish verwendet, wäre durch die deutlich kleinere Fläche ein deutlicher Lichtabfall zu den Füssen hin entstanden. Das Führungslicht stand seitlich in einem 90° zum Gepäckband und war gleichzeitig auch die gewünschte Blickrichtung für die Models.

Sunbounce Reflektor

Diente wohl zum dezentnen Aufhellen der Schatten auf der Blitz abgeneigten Seite. Fragt mich aber bitte nicht, wieso er eine goldene Bespannung benutzt hat. Gerade wegen der eher blassen/kalten Bearbeitung der Bilder hätte ich wohl direkt nen silbernen Sunbouncer aufgestellt.

Effektlichter 1,2 & 3

Ob es nun 3 oder sogar mehr sind konnte ich nicht erkennen. Vom obigen Foto her waren es aber definitiv mindestens 3 Effektlichter. Alle mit Standartreflektoren und teilweise noch mit Waben ausgerüstet. Nummer 1 erzeugt den Lichtkegel rechts hinten, Nummer 2 die Ecke hinter dem linken Fuss und Nummer 3 ging an die Decke links oben.

So das wäre mal das Blitzsetup gewesen. Allerdings gab es noch einen weiteren spannenden Punkt den man während des Shootings mitbekommen hat. Und zwar die aufgeklebten Referenzpunkte für die Mädels. Einmal einen an der Kante des Laufbandes als Orientierung auf welcher Höhe sie stehen (laufen) müssen um im Lichtkegel der Octabox zu bleiben. Einen zweiten am Rand der Octabox um die Blickrichtung anzuzeigen. Solche Referenzpunkte benutzt ich auch hin und wieder im Studio. Sie sind extrem hilfreich bei ungeübten Modellen die noch nicht wissen (können) wie sich Licht/Schatten ausgehend von den Lichtquellen verhält.

So ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in das heutige GntM Shooting geben und freue mich auf nächste Woche, wenn es wieder heisst, Dr. Blitz erklärt. ;)


Hier noch eine kleine Ergänzung. Unter folgendem Link könnt ihr euch nochmals das Shooting anschauen:

http://www.prosieben.ch/tv/germanys-next-topmodel/videos/laufband-shooting-1.1497850/

Ich hab mir das ganze nun nochmals in Ruhe angeschaut und noch ein viertes Effektlicht mit Abschirmklappen drauf, auf Höhe der Lampe 3 in der obigen Skizze entdeckt. Ausserdem kann man am Ende von dem Video einen kurzen Blick auf den iMac am Set erhaschen und sieht dort ein Out-of-Cam Bild. Dieses zeigt deutlich das die Effektlichter sehr kalt/blaustichig sind. Da wurde also definitiv noch mit Farbfolien gearbeitet.

Ihr seht, mit einem wachsamen Auge, kann man so ein Setup zu 80-90% aus so kurzen Sequenzen und dem finalem Foto herauslesen.

[Blitzsetup] Muscle Light

Als Fotograf widmet man sich ja in der Regel am liebsten weiblichen Modellen. Trotzdem gilt es hin und wieder auch mal ein männliches Modell ins rechte Licht zu rücken. Besonders interessant sind dabei Bilder, bei denen man den männlichen Körper, respektive die Muskeln herausarbeitet. Wie ihr in folgendem Beispiel sehen könnt.

Ein wichtige Vorraussetzung für das verwendete Licht in diesem Fall, ist eine gewisse Härte, ohne die man nicht in der Lage ist die Konturen und Muskeln rauszuarbeiten. Ich habe für für diese Serie mal wieder meinen derzeitigen lieblings Lichtformer benutzt. Das 44er Softlight (Beautydish) von Elinchrom. Zusätzlich war ein silberner Deflektor eingeschoben, um das Licht ganz leicht weicher zu machen. Ein Deflektor reflektiert dabei das direkte Licht zurück in den Teller des Beautydishes und reduziert damit den harten inneren Schatten. Wobei wir hier auch schon die Kerncharakteristik eines guten Beautydishes haben.

Durch die besondere Form (gewölbter tiefer Teller) erzeugt ein Beautydish zum einen einen harten Kernschatten, mit dem man sehr gut Muskeln, Gesichtszüge etc. modellieren kann. Zusätzlich wirft das Dish aber auch einen weicheren äusseren Schatten, der im Gesamteindruck das Licht “relativ” weich erscheinen lässt. Und genau aus diesem Grund sind Beautydishes auch so beliebt in der Beauty- und Fashionfotografie.

Jetzt aber mal zum eigentlichen Setup.

Das Beautydish war auf einem Manfrotto Boom montiert und mit einem Abstand von etwa einem Meter zentral zum Model aufgestellt. Der Winkel betrug dabei ca. 45°. Und das ist auch schon alles was wir an Führungslicht für diesem Setup benötigen. Um dem ganzen noch etwas mehr Pep zu verleihen und eine schönere Abgrenzung zwischen Model und Hintergrund zu erreichen, hab ich noch einen zweiten Blitz mit einer kleinen Softbox benutzt um einen Verlauf auf den Hintergrund zu bekommen. Dieser war mit f11 auf die linke untere Ecke eingemessen.

Bildbearbeitung war nicht gross nötig. Schwarz/Weiss Konvertierung, Hintergrund etwas weichzeichen, Kontrast mit einer Gradationskurve anpassen und fertig war die Serie.

[Blitzsetup] Weniger ist mehr mit einer Octabox

Zugegeben, es ist schon verlockend wenn einem 5 Blitzköpfe zur Verfügung stehen, diese auch für ein Setup aufzubauen. Doch wie in so manchen Dingen im Leben, ist es eben auch in der Fotografie so, dass oftmals weniger am Schluss eben doch mehr ist. So auch bei dem Setup das ich euch heute zeigen möchte.

Schauen wir uns die obigen Bilder einmal genauer an:

  • Unser Model steht direkt vor einer Wand
  • Es ist nur ein ganz feiner Schlagschatten direkt hinter dem Model zu sehen
  • Feiner Schatten unterhalb des Kinns (zweites Bild)
  • Gute Zeichnung (Lichter/Tiefen) auf dem Kleid

Wir haben also eine homogene Ausleuchtung, sehr weiches Licht mit einer Dominanz von oben. Dies sprich für eine grosse Softbox. Der direkt hinter dem Model liegende Schlagschatten verrät zudem, dass Blitz und Model auf einer Achse positioniert waren. Und damit hätten wir das Setup im Prinzip auch schon. Zum Einsatz kam eine 140cm Ocatagon Box. Dabei stand ich während des Shoots direkt vor der Box (der Rücken klebte dabei quasi am Aussendiffuser). Einfacher gehts definitiv nicht mehr..

Bevor sich jetzt jemand fragt, wie denn das gehen kann, Fotograf direkt vor der Box. Die Softbox sollte bei diesem Setup stets erhöht positioniert sein. So das man als Fotograf mit dem Kopf maximal bis zur Mitte der Box kommt. Somit deckt man auch nicht mehr als 1/8-2/8 der Leuchtfläche ab, was zu keiner starken Abschattung führt, trotzdem aber die Dominanz von Oberhalb erzeugt (rote Pfeile in der Skizze!). Der Abstand zwischen Model und Softbox betrug bei den hier gezeigten Fotos jeweils ca. 3m.

Das schöne an dem Setup ist, man bekommt ein weiches und natürliches Licht, welches neben Hauptlicht, gleichzeitig auch sein eigenes Fülllicht erzeugt und somit Schatten reduziert. So einfach wie dieses Setup auch ist, einen Punkt muss man unbedingt beachten. Verändere ich als Fotograf vor der Box meine Position (z.B. von stehend in die Hocke), dann muss die Softbox ebenfalls in der Höhe mitverstellt werden, da man sonst die Gewichtung stark beeinflussen würde.

Trotz der Einfachheit dieses Setups, bleiben noch diverse Möglichkeiten zum Feintuning. Um die Härte des Lichts zu beeinflussen kann man mit dem Abstand Blitz/Model variieren. Ist mehr Charakter im Licht gewünscht, löst man einfach den Frontdiffuser von der Softbox und lässt nur den Innendiffuser drin. Ihr seht, so banal dieses Setup ist, es bietet verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten und erzeugt dabei stets einen natürlichen und frischen Look. Ein wunderbares Licht für Fashion-, wie auch Beautyshots.

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