Kreativer Einsatz von Korrekturfolien für Blitzlicht

 

Ich hatte es im letzten Beitrag bereits einmal kurz angetönt. Mittels so genannter Korrekturfolien kann man die Farbtemperatur von Blitzlicht beeinflussen und dadurch gerade bei der Outdoor Fotografie sehr kreativ, bereits bei der Entstehung eines Fotos, die Lichtstimmung verändern. Wie das aussieht möchte ich jetzt als erstes einmal zeigen..

Also was wurde oben gemacht?? Zunächst einmal wichtig, die Ausleuchtung des Models erfolgt hier primär über das Blitzlicht. Auf dem linken Bild wurde das Blitzlicht nicht verändert und der Weissabgleich auf die Farbtemperatur von 5000K eingestellt. Das Resultat ist ein Hintergrund wie man ihn kennt kurz nach Sonnenuntergang. Gelblich, warme Farbtöne. Für das rechte Bild habe ich eine Lee204 Folie (oder auch full CTO genannt) vor den Blitz montiert. Dieser Filter senkt nun die Farbtemperatur des Blitzlichtes auf ca. 3200K. Damit das Model nun mit korrekten Farben abgebildet wird, muss der Weissabgleich entsprechend auf 3200K verstellt werden. Und siehe da, der Hintergrund wird blau.. aber wieso?

Schauen wir uns mal folgende Grafik an:

Durch das verschieben des Weissabgleiches auf 3200K, senken wir ebenfalls die Farbtemperatur des Hintergrundes. Dies führt dazu dass das warme Abendlicht (ca.4500-5000K)  im Hintergrund nun oberhalb (rechts) von unserem gesetzten Weisspunkt liegt. In der Grafik erkennt man sehr schön, dass Licht mit einer Temperatur von 4500-5000K nun im blauen Bereich liegt. Also entsprechend auch bläulich im Foto erscheint.

Diesen Effekt kann man nun kreativ (wie oben) nutzen, oder aber auch in Situationen wo die natürliche Lichttemperatur nicht zum Motiv passt. Im Bild unten, habe ich das Gegenteil zum obigen Bild gemacht. Das Foto wurde während der blauen Stunde an einem bewölkten Tag aufgenommen. Die Farbtemperatur des Tageslichtes Betrug also rund 9000-15’000K.  Durch eine full CTB (blau) Folie auf dem Blitz, konnte ich diesen dem Hintergrundlicht anpassen und somit den Weissabgleich entsprechend nach oben schieben.

Hätte ich das Blitzlicht in diesem zweiten Beispiel nicht an das Tageslicht angepasst, hätten wir ein deutlich sichtbares Problem. Entweder hätten wir den Weissabgleich auf das (nicht korrigierte) Blitzlicht gesetzt und der Hintergrund wäre sehr kalt geworden, oder wir hätten den Weissabgleich auf den Hintergrund gesetzt und das Model wäre viel zu warm in der Ausleuchtung.

Ihr seht, Korrekturfolien (CTO und CTB) lassen sich einmal zur reinen Korrektur, aber eben auch kreativ einsetzen. Wobei der kreative Einsatz natürlich deutlich mehr Spass bereitet. ;) Daher gibts jetzt abschliessend noch ein paar Fotos mit kreativem Einsatz der CTO Folie.

Der Vorher/Nachher Effekt

Ich habe hier ein Nude Make Up geschminkt. Ziel dieses Make Ups ist es, möglichst ungeschminkt zu wirken und eine natürliche Frische auszustrahlen.

Was wurde gemacht?

- Kleine Pickelchen wurden abgedeckt (bei genauem Hinsehen erkennt man 3)
- Die Haut wurde geebnet mit flüssigem Make Up, Concealer und Puder
- Die Tränensäcke sind mit Hilfe von Crème gemildert.
- Die Wangenknochen habe ich durch Rouge hervorgehoben.
- Die Augen sind leicht betont mit feinen Brauntönen und wenig Tusche.
- Mit einem speziellen Gloss wurden die Lippen voller gemacht.
- Was man hier leider nicht sieht sind die nachgezogenen Augenbrauen.
- Die Nase ist optisch verkleinert (modelliert)

Was ich mit Make up leider nicht wegmachen kann, sind Fältchen, offene Wunden und Narben. Was ich auch nicht beeinflussen kann, sind Schatten im Gesicht. Das kann man nur mit Hilfe vom richtig eingestellten Licht vermeiden.