Spiegelungen einer Person im Studio

Oft trifft man im Internet per Photoshop bearbeitete Bilder mit künstlichen Spiegelungen an. Das Problem bei Computer generierten Spiegelungen ist, das sie nicht der Wirklichkeit entsprechen(können). Denn eine physikalische Spiegelung enthält oft Bildteile, welche bei der per Computer generierten Variante komplett fehlen. Angenommen das Model liegt auf dem Rücken, macht ein Hohlkreuz und verdeckt ihr wunderbares Tattoo. Mit einer physikalischen Spiegelung sieht man dieses Tattoo teilweise, bei der gefakten Spiegelung fehlt dies jedoch. Bei folgendem Bild kann man in der Spiegelung die Unterseite der High Heels entdecken, die man im “richtigen” Bild nicht sieht.

Dabei können bereits im Studio durchgeführte Spiegelungen so einfach umzusetzen sein. Man braucht dafür nur eine geeignete Plexiglass-Scheibe welche man in jedem üblichen Baumarkt beziehen kann. Kostenpunkt um die 125.- sFr für 1m x 2m. Geschickt angewandt reicht eine solche Platte aus um eine komplette Person zu spiegeln. Je nach Blickwinkel und Position kann man die Stärke bzw. die Verzerrung des Spiegelbildes auch noch beeinflussen.

Mittels Stärke und Ausrichtung des Blitzlichtes kann man auch einen schönen Verlauf der Spiegelung provozieren. Beim obigen Foto wurden drei Blitze verwendet. Einer von jeder Seite mit grossen Softboxen um ein weiches Licht zu erhalten, und eine für die Ausleuchtung im Hintergrund. Die Kamera hat das Bild frontal von leicht oben herab fotografiert. Die Position des Fotografen spielt natürlich auch eine erhebliche Rolle, denn geht man näher sieht man mehr von der Spiegelung und umgekehrt. Nach ein paar Einstellbildern hat man die gewünschte Position herausgefunden und kann loslegen.

Das Ganze ist natürlich auch mit liegenden Posen machbar wie folgendes Bild veranschaulicht.

Damit ihr euch vorstellen könnt wie das Ganze am Set ausgesehen hat habe ich ein stark unterbelichtetes Bild hinzugefügt auf dem man die Plexiglasplatte gut sieht. Fotografiert man diese Einstellung korrekt belichtet ist die Platte kaum mehr auszumachen und mittels kleiner Photoshop Aktion innert Kürze verschwunden.

Ich hoffe ich konnte euch ein Wenig inspirieren und erläutern warum und wie es im Studio zu realeren Bildern kommt als am Computer. Viel Spass beim austoben! :-)

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