[Blitzsetup] Studioportraits mit Offenblende

Das Fotografieren mit einer sehr weit geöffneten Blende hat einen ganz besonderen Reiz. Gerade für Portraits ist eine extrem flache Schärfentiefe ein interessantes Gestaltungsmittel. Es birgt aber einige Tücken, gerade wenn man im Studio fotografiert. So haben z.B. die meisten Studioblitze schlicht zu viel Leistung um mit einer Blende von 1.4-2.2 arbeiten zu können. Eine einfache Lösung hierfür sind Systemblitze. Diese lassen sich deutlich weiter runter regeln als z.B. ein 200Ws Kompaktblitzkopf und ermöglichen dadurch Studioportraits mit einer offenen Blende.

Jetzt erstmal ein Bild, damit ihr auch seht von was ich hier überhaupt schreibe.

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Zum Setup.. 85mm bei f2. Als Blitz kam ein 580er Speedlight zum Einsatz mit einem kleinen Durchlichtschirm. Das ganze leicht von oben. Zum aufhellen der Schatten am Kinn und der Nase war noch ein kleiner Sunbounce unterhalb aufgestellt. Hab leider vergessen euch ein Foto von dem Setup zu machen, daher müsst ihr euch mit der Skizze begnügen.

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Das wir Probleme haben Studioblitze weit genug runter zu regeln habe ich ja schon geschrieben. Was sind aber sonst noch die Schwierigkeiten bei so einem Portrait?

Wie ihr sehen könnt, beträgt die Schärfentiefe nur ca. 1cm. Entsprechend ist es eine kleine Herausforderung die Schärfe genau dort zu platzieren wo man sie haben möchte. Damit dies gelingt, solltet ihr unbedingt mit dezentralen Fokusfeldern arbeiten und das ziehen von Bildausschnitten nach dem fokussieren vermeiden. Dadurch verschiebt sich die Schärfeebene schnell einmal um mehrere Zentimeter. Einzelnes Fokusfeld auswählen, fokussieren und direkt auslösen. Das Model sollte euch dabei möglichst gerade in die Kamera schauen, da die Augen sonst in der Tiefe versetzt sind. Sprich ein Auge wird scharf abgebildet, das zweite liegt bereits im unscharfen Bildbereich. Wenn ihr euch das Bild mal genau anschaut, seht ihr ziemlich gut dass das rechte Auge bereits an der Aussenseite leicht unscharf wird, da der Kopf nicht völlig frontal zu Kamera war.

Beachten müsst ihr auch das vorhandene Tages- oder Kunstlicht. Bei einer so weit geöffneten Blende, kann bereits durch Fenster kommendes Tageslicht oder die Beleuchtung des Fotostudios einen Einfluss auf das Bild haben. Mit dem Resultat, dass ihr eine Mischlichtsituation erzeugt dir ihr nicht wollt. Daher einfach vorweg mit den gewünschten Einstellungen ein Testfoto ohne Blitz machen und gegebenenfalls das Studio abdunkeln.

Ihr seht, ein einfaches aber sehr effektvolles Setup. Nun wünsche ich euch viel Spass beim Ausprobieren und nicht verzagen, wenn die Schärfe am Anfang nicht dort liegt wo ihr sie haben wollt. Es braucht etwas Übung um so eine flache Schärfeebene  kontrollieren zu können.

Rückblick – Studioworkshop vom 15.11.09

So ohne grosse Worte, hier ein kleiner Videorückblick zu meinem letzten Workshop vom letzten Sonntag. Stattgefunden hat dieser im CORESTRA Fotostudio in Aarau (CH). Vielen Dank an alle Teilnehmer, Claudia (unser Model) und Remo fürs assistieren.

Jetzt noch ein paar Bildchen und dann heissts erstmal guts Nächtle.. :)

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Erste Erfahrungen mit “Moving Photography”

Einleitung

Im Winter 2005 verkaufte ich meine umfangreiche analoge Ausrüstung und wechselte zur Canon EOS 20D, einer digitalen Spiegelreflex mit Brennweitenverlängerung. Als im folgende August das digitale Vollformat durch Ankündigung der Canon EOS 5D in bezahlbare Nähe rückte, war es für mich klar, diese Kamera muss ich haben. Im Dezember 2005 hatte ich sie dann in den Händen und sie hat mich bis heute, sei es Konzerte, Hochzeiten, Studioaufträge oder auch Unterwasser, nie im Stich gelassen.

Unterewasseraufnahme mit EOS 5D und Speedlight 550EX

Unterewasseraufnahme mit EOS 5D und Speedlight 550EX

Neben der Fotoausrüstung hatte ich immer eine Videokamera für Schulungsvideos. Bisher war für Videoaufnahmen immer viel Licht erforderlich und die Bilder sehen wie “Video” aus, Clean und scharf von vorne bis hinten. Mittels eines teuren 35mm-Film-Adapters kann dieser Look Richtung Film verändert werden, allerdings für die gelegentlichen Anwendungen ist es zu Umständlich und teuer.

Das Erste Video mit einer Fotokamera

Im September 2008 wurde nun der Nachfolger der EOS 5D vorgestellt. Mit 21 Megapixeln und einem nutzbaren ISO-Bereich von 100 bis 6400. Speziell die Live-View-Funktion, welche mir das Geschehen vor der Kamera auf dem LCD-Display zeigt, habe ich bisher an der “Alten” bei Unterwasseraufnahmen vermisst. Neu hinzu gekommen ist eine Videofunktion in HD-Auflösung. Speziell bei Instruktionsmaterial für Arbeitssicherheit braucht es häufig Videoaufnahmen. Nun haben diese Videoaufnahmen dasselbe Aussehen wie die Fotos und ich brauche nicht extra den Camcorder mit zu nehmen.

Ende Oktober hatte ich die Kamera in den Händen und erste Filmaufnahmen mit einer Empfindlichkeit von ISO 3200 sind beeindruckend. Noch am selben Abend nach 22 Uhr drehe ich zusammen mit Silvio Panosetti von Pan-Productions, Arlesheim, und der Sängerin Bora Lane ein Video. Der automatische AF lassen wir nach einigem Probieren sein und fokussieren manuell. Dies ist mit dem Hineinzoomen in die Live View auch problemlos möglich. Es sind eher bewegte Fotos wie Videos. Die Studioszenen drehen wir in schwarz/weiss und die Aussenszenen in Farbe.

Die Kamera funktioniert auch in strömendem Regen und die Resultate begeistern. Die Dreharbeiten gingen bis 4 Uhr in der früh. Nun muss es noch geschnitten und gewandelt werden.

Der erste Schreck zeigt sich beim Laden der Videos (HD Movie 1920×1080, H.264). Der Mac G5 Dual 2.5GHz mit Final Cut 6 ist überfordert. Es scheint, das die Decodierung des H.264-Standards nicht schnell genug ist. Selbst in Vorschaugrösse ist es nicht ruckelfrei abspielbar. Das es auf neuen MACs mit Intelprozessoren funktioniert, zeigen diverse Beispiele im Internet. Nach dem Exportieren des Videos nach 960×540 und anderem Codec laufen die Videos geschmeidig.

Es zeigt sich bei der Kontrolle am Monitor, dass der manuelle Autofokus und die geringe Schärfentiefe meiner lichtstarken Objektive auch ihre Tücken haben. Während der Aufnahme habe ich ein Hineinzoomen zur Schärfekontrolle vermisst. Auch wurde die manuelle Kontrolle über Blende und Zeit während den Aufnahmen erst sechs Monate später durch ein Update der Kamera möglich.

Auf Vimeo und Youtube stelle ich das fertige Video unter “Moving Photography” ein und innert kurzer Zeit haben etwa ein dutzend europäische und amerikanische Zeitschriften das Thema aufgegriffen und das Video wurde mehr wie 120’000 mal angesehen.

Ein Jahr danach

Inzwischen wurden drei EPKs (Elektronic Press Kit) für Künstler erstellt, drei Schulungs-, zwei Promo- und einige Musikvideos mit der Kamera gedreht. Es zeigt sich, das die Erstellung eines Musikvideos in etwa ein Viertel bis die Hälfte wie mit dem bisherigen Equipment kostet, aber durch die Handhabung und Lichtempfindlichkeit der Kamera wesentlich freier bei der Wahl der Location ist. Inzwischen haben sich auch einige Modelle gemeldet und es sind ”elektronische Sedcards” inklusive Untermalung mit Musik in Vorbereitung, ähnlich dem ersten Video von Bora Lane nur zusätzlich mit Interviewsequenzen des Models.

Anfang September haben wir für die Singlerelease “Goldne Thron” ein Musikvideo in einer feuchten, stockdunklen Höhle in der Nähe von Basel gedreht. Als Kameramann, Beleuchter, Drehbuchkritiker und Co-Regisseur verbratet man viel Zeit mit Locationsuche, auftreiben von Helfern und Pyrofrauen, Licht etc. Viel Aufwand für schlussendlich 3 Minuten Video. Zum Einsatz kamen 2 Canon EOS 5D Mark II mit 15mm Fisheye bis 135mm und ein Merlin Steadykam. Das Merlin ist ein kleines Schwebestativ welches beim Gehen die Schwankungen durch Schritte weitgehendst eliminiert.

Set im Wald mit Background-Sängerinnen

Set im Wald mit Background-Sängerinnen

Als Hilfreich hat sich ein 24″-HDMI-Monitor mit 5m Kabel erwiesen, damit alle das Bild sehen konnten und die Schärfe besser beurteilt werden konnte. Übrigens sind ausser den Tageslichtaufnahmen keine Aufnahmen unter ISO 2500 entstanden.

Simu mit Equipment

Für SF DRS musste das Video noch auf Betacam umgerechnet und ihnen so abgegeben werden. Hier nun das Ergebnis:

Fazit

Ganz ohne Aufwand geht es nicht, um ein ansprechendes Video zu erstellen. Und für die Familienfeier ist die Videofunktion in der Spiegelreflexkamera nicht geeignet, zu Bescheiden ist die Tonqualität des eingebauten Mikrofones, die Handhabbarkeit der Schärfe im Bild und die Grösse des fertigen Produktes.

Die Stärken zeigen sich darin, das sie eine tolle Bildqualität bei schlechten Lichtumgebungen und dies zu einem zahlbaren Preis liefert. Sie engt in keiner Weise die kreative Spielfreude des “Fotografen” ein und animiert zum Ausprobieren verschiedener Perspektiven.

Entfesselt blitzen an Konzerten

Wer regelmässig an Konzerten unterwegs ist, kennt das Problem. Der Helligkeitsunterschied zwischen Front- und Hintergrundlicht beträgt schnell einmal mehrere Blende. Versucht man nun die Gesichter gescheit zu belichten, frisst einem der Hintergrund aus, belichtet man auf das Hintergrundlicht bleiben die Gesichter oftmals unerkennbar dunkel. Es fehlt also schlichtweg ein gescheites Hauptlicht von vorne, welches im besten Fall farbneutral ausfällt..  ergo, Blitz auf die Kamera?? Neeee lieber nicht, das sieht dann grässlich geblitzt aus und die ursprüngliche Lichtstimmung geht grösstenteils verloren..

So nun schaut euch mal dieses Bild hier an, wer kann mir sagen was für Lichtverhältnisse hier geherrscht haben??

Beauty of Gemina - Kiff Aarau

Wie man unschwer erkennen kann gabs etwas Nebel für die Lichteffekte im Hintergrund, blaues und grünes Licht von hinten, welches punkto Helligkeit gut ausbalanciert war mit dem weissen Licht von vorne. Also ein gutes Konzertfotos mit schönem Bühnenlicht.. aber halt, hier gehts ja um das böse Blitzen an Konzerten!! Schaut euch das Bild mal etwas genauer an und achtet auf den kleinen Schatten an der linken Hand. Ein typischer Schatten der entsteht, wenn z.B. ein grosser Verfolger auf einen Musiker gerichtet ist, der hinter seinem Mikrofonständer steht. Das Blöde ist nur, in der Location wo dieses Bild entstand gibt es keine Verfolger! Wie kommt also der Schatten dort hin??

Ganz einfach, dieser stammt vom Speedlight das ich verwendet habe. Ihr habt richtig gelesen, ich hab geblitzt! Der Trick dabei ist, das Blitzlicht darf nicht aus der Kamerarichtung kommen!! Frontal zur Bühne aufgestellt, sieht es so aus als wenn ein grosser Verfolger den Musiker angeleuchtet hätte. Das Setup hierzu ist denkbar einfach und wie ihr sehen könnt, richtig eingesetzt, für den Betrachter nicht sichtbar!

lighting-diagram-konzert Das Speedlight wurde auf einem Gorillapod Stativ erhöht, hinter dem  Mischpult aufgestellt. Der Abstand zur Bühne betrug ca. 15m, Blitzreflektor auf war auf 105mm eingestellt. Die Leitzahl des 580er Speedlights von Canon beträgt 58 bei 105mm Reflektorstellung. Nun fix die Leitzahlformel zur Hand genommen, bei Blende 2.8, 15m Abstand und ISO800 ergibt das dann rund 1/16-1/16 +0.3  Blitzleistung um eine korrekte Belichtung zu erhalten. Wenn einem nun das eigene Frontlicht zu hell oder zu dunkel ist, einfach die Blitzleistung am Blitz anpassen. Da das Blitzlicht von der Verschlusszeit unabhängig ist, kann man nun das vorhandene Bühnenlicht via Belichtungszeit steuern, ohne das eigene Hauptlicht zu verändern. Natürlich nur innerhalb der Synchronzeit von der verwendeten Kamera.

Ausgelöst wird das ganz per Funk. Ich selber benutzte Pocket Wizard Trigger dafür. Elinchrom Skyports oder ähnliches geht natürlich auch. Die optische Steuerung von Canon respektive die von Nikon funktioniert aufgrund der Distanz und des fehlenden Sichtkontaktes nicht.

Einen Nachteil hat dieses Setup jedoch. Als normaler Pressefotograf darf man in der Regel nichtmal einen Blitz auf der Kamera benutzen, geschweige denn einen entfesselten Blitz hinter dem Mischpult aufstellen. Wer jedoch als Hausfotograf direkt für einen Club fotografiert oder im Auftrag einer Band unterwegs ist, dem sollte es möglich sein so ein Setup aufzubauen. Einfach mal nett fragen..

E-TTL Blitzen mit Pocket Wizard Triggern

Flex TT5 und Mini TT1

Flex TT5 und Mini TT1

Die neuen Pocket Wizards TT1 und TT5 sind die ersten Funk Trigger die eine vollwertige Nutzung der E-TTL Blitzsteuerung (CLS für die Nikon User..) unterstützen. Bei Pocket Wizard heisst das schlicht “ControlTL”. Neben dieser genialen Funktion bieten sie noch so einige weitere Features, auf die ich jetzt aber noch nicht eingehen will. Mehr dazu vielleicht später mal.

-> Achtung, die Teile sind Systemspezifisch ! Die Canon Ausführung funktioniert nicht mit Nikon Kameras und umgedreht.. erhältlich sind sie nur für Canon und Nikon. Ich bezweifle auch das das System noch für andere Hersteller adaptiert wird.

So was macht nun dieses E-TTL ?? Einfach gesagt, E-TTL übernimmt für den Fotografen die korrekte Steuerung für den Systemblitz. Durch einen simplen Vorblitz wird vor dem eigentlich Auslösen der Kamera die Lichtmenge ermittelt, welche der Blitz abfeuern muss, damit das Model oder Objekt (oder was auch immer) korrekt belichtet wird. Das ist ja ganz nett, nur wenn der Blitz auf der Kamera ist, wirken Bilder oft einfach langweilig und eine besondere Lichtstimmung kann man so eigentlich auch fast nicht erzeugen. Daher wurden bereits seitens der Hersteller (Canon/Nikon) optische Steuerverfahren entwickelt die es erlauben Systemblitze entfesselt auszulösen, ohne die E-TTL Funktionen zu verlieren. Diese Systeme funktionieren aber nur über kurze Distanz, brauchen zwingend Sichtkontakt zwischen den Blitzen und sind extrem unzuverlässig, gerade wenn man mal im Sonnenlicht arbeitet oder z.B. ein Durchlichtschirm die Sicht blockier.

Durch die Funktechnologie von den PW’s hat man als Fotograf nun ein extrem zuverlässiges System das keinen Sichtkontakt benötigt, auch über längere Strecken funktioniert (ich habs bis jetzt bis ca. 30m getestet, laut PW sollen aber um die 100m ohne Probleme möglich sein..). Zudem besitzen die Dinger nen Blitzschuh, so das man keine Kabel mehr benötig.

So, lange Rede kurzer Sinn.. eigentlich gehts hier ja ums ausprobieren. Und genau das hab ich letzten Samstag gemacht.. Mal eben nach Karlsruhe gedüst und dort mit nem Kumpel und nem hübschen Model in Wald gegangen um den Dingerm ein erstes Mal genauer auf den Zahn zu fühlen. Hier gleich mal das erste Setup:

Setup mit einem Speedlight

Model am Baum angelehnt, schöne herbstliche Abendsonne von hinten, ein 580er Speedlight auf Stativ mit dem TT5 dran und nem Durchlichtschirm. Alles E-TTL im Av Modus fotografiert. Hierzu einfach das Speedlight auf den Blitzschuh des FlexTT5 stecken und einschalten. Den Blitz auf E-TTL stellen und feddich ;) Den TT1 auf die Kamera, ein Testfoto machen (sehr wichtig, denn das erste Bild dient den PW’s um eine stabile Funkverbindung aufzubauen und das System zu kalibrieren. Entsprechend ist das erste Bild jeweils falsch belichtet!)

Und so sieht das dann aus:

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So damit ihr mal seht was so ein Blitz ausrichtet, mal ein Bild ohne und eins mit Blitz. (hier war jedoch nicht ein Speedlight, sondern ein Ranger Quadra mit nem Beauty Dish im Einsatz, grundsätzlich wäre das aber auch genauso gut mit nem Speedlight gegangen)

Wirkung von Blitzlicht

Und mit ein wenig RAW Konverter und 10min Photoshop siehts dann so aus ;)

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Ihr seht, wer die Grundregeln vom E-TTL verstanden hat und mit einem Blitz auf der Kamera umgehen kann, für den ist das hier ne leichte Übung. Man arbeitet als wenn der Blitz auf der Kamera ist, einfach im Av-Modus (oder was einem beliebt).. schert sich nicht um Zeiten, manuelle Blitzleistung etc.. gewünschte Blende einstellen, fokussieren und auslösen. Den Rest übernehmen die Kamera, die PW’s und natürlich die E-TTL Steuerung. –> okay ganz so leicht ists nicht. Natürlich muss man wissen wie E-TTL funktioniert. Sprich den Hintergrund nicht zu sehr unterbelichtet, Model ins Gegenlicht stellen (Aufhellblitzen), Mehrfeldmessung aktivieren und nur mit einem AF Feld arbeiten. Entweder via FEL Taste die Belichtung inkl. Blitz speichern oder das AF Feld direkt so aufs Model setzen das der Ausschnitt passt. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

So wem das nun zu leicht ist, für den gibts Level 2. ;) Jetzt nehmen wir mal zu dem einem Blitz einen zweiten dazu. Um es etwas einfacher zu gestalten lassen wir jegliche Lichtformer weg und stellen die Speedlights einfach auf ein Stativ. Eins von vorne und eins als Streiflicht von hinten. Diesmal ohne Gegenlicht..

Speedlight Setup - 2 Blitze

Wir arbeiten immer noch im Av Modus mit Mehrfeldmessung. Der Hintergrund wird via Belichtungssteuerung ca. 1 Blende unterbelichtet, an der Blitzlichtkorrektur wird nichts verstellt (wir wollen ja eine korrekte Belichtung. Um das ganze nicht weiter kompliziert zu machen, lassen wir Master/Slave weg. Sprich beide Blitze arbeiten als “Master” und werden entsprechend mit der gleichen Leistung vom E-TTL System ausgelöst (die Kamera kann ja nicht wissen das der eine Hauptlicht und der andere Streiflicht sein soll). Wie bekommen wir jetzt aber eine Überbelichtung hin???

Ganz einfach, beim Hauptlicht stellen wir den Reflektor auf sagen wir 50mm (dadurch die das Model komplett ausgeleuchtet), das Streiflicht stellen wir auf sagen wir mal 70mm. Durch den engeren Lichtkegel bekommen wir trotz gleicher Blitzleistung, mehr Licht auf die ausgeleuchtete Fläche beim Streiflicht und schon haben wir die gewünschte Überbelichtung. Wichtig ist dabei das beide Blitze im gleichen Abstand zum Model stehen. Und das ganze sieht dann so aus (Out of Cam !!!)

E-TTL Beispiel mit 2 Blitzen

Wer nun zusätzlich noch mit Lichtformer arbeiten möchte, kommt nicht drum herum, entweder durch ausprobieren mit einer Belichtungskorrektur am Streiflichtblitz (kann man manuell am Speedlight einstellen) oder durch komplettes manuelles Blitzen mit dem Streiflichtblitz das gewünschte Menge Licht zu ermitteln. Denn das System lässt ja immer beide Blitze mit der gleichen Leistung abblitzen und wenn aufm Hauptlicht z.B. ein Schirm drauf montiert ist, verballern wir viel Licht am Model vorbei und der Blitz muss dies durch ne höhere Blitzleistung kompensieren (was eben dann auch das zweite Speedlight unweigerlich mit hoch regelt..)

Fazit ?? Mit einem Blitz arbeitet es sich kinderleicht. Mit etwas Geschick und einem guten Auge für vorhandenes Umgebungslicht lassen sich herrliche Fotos ohne grossen Aufwand schiessen. Sobald man mehr Blitze dazu nimmt, sollte man aber wissen was man tut. Grundkenntnisse über Lichtphysik sind hier auf jeden Fall von Vorteil um im vollen E-TTL Modus weiter arbeiten zu können. (die sind übrigens auch sonst ganz hilfreich wenn man manuell arbeitet – gerade mit Systemblitzen wegen der geringeren Blitzleistung gegenüber einer Portyanlage mit ein paar hundert Ws)

So hoffe konnte euch nen kleinen Einblick in diese neue Technik geben. :) Ich selber blitze Outdoor fast nur mit entfesselten Speedlights (die mobile Blitzanlage benutze ich eigentlich nur wenn ich wirklich die Power benötige). Dabei setze ich je nach Situation entweder auf E-TTL oder auf manuelles arbeiten.. Als kleine Faustregel gilt, ändert sich der Motivabstand oder die Lichtsituation (bewölkter Tag mit Sonne/Schatten im Wechsel) ist E-TTL angenehmer. Bleibt die Motiv/Licht Situation jedoch statisch, bietet manuelles Arbeiten eine exaktere Kontrolle über das Blitzlicht.