[Setup] Indirektes Ausleuchten im Studio

Im letzten Beitrag habe ich euch gezeigt, wie ich on-Location während einer Reportage mit einfachen und schnellen Mitteln eine Szenerie sanft aufhellen kann, ohne zu sehr den Eindruck einer künstlichen Beleuchtung zu erzeugen. Mit dem gleichen Trick lassen sich unter Studiobedingungen ebenfalls grossartige Fotos machen.

  

Im obigen Beispiel habe ich einen Studioblitz mit aufgesetzter Softbox in eine weisse Wand im Hintergrund blitzen lassen. Das so reflektierte Licht habe ich nun benutzt um mein Model auszuleuchten. Da die obige Aufnahme im Studio entstanden ist, musste ich noch zwei weisse Styroporwände als zusätzliche Reflektionsfläche benutzen um das Gesicht noch ein wenig aufzuhellen. Die genaue Lichtführung seht ihr auf der Lichtskizze.

Beleuchtungsdiagramm - Indirekte LichtführungWenn ihr meinen letzten Beitrag Beitrag gelesen habt, seht ihr, dass ich in beiden Situation das gleiche Setup benutzt habe. Einmal im Studio mit zusätzlichen Aufhellern auf der Gesichtsseite, einmal on-Location während einer Reportage ohne zusätzlichen Aufheller. Wenn ihr solch ein Setup in einem kleinen Wohnzimmer mit weissen Wänden und einer normalen Deckenhöhe benutzt braucht ihr keinen zusätzlichen Aufheller fürs Gesicht. Dort reicht schlicht einfach ein einzelner Blitz (in der Regel sogar ein Speedlight), welches ihr hinter eurem Model versteckt um die weisse Wand im Hintergrund anzublitzen.

Ich selber benutze diese Technik der indirekten Lichtführung sehr oft, sei es im Studio oder on-Location für Reportagen. Durch die grosse Fläche der Lichtquelle (reflektierende Wand/Decke) kann man eine sehr weiche und natürliche Lichtstimmung erzeugen die eben auch sehr vielseitig einsetzbar ist.

Probiert es aus. Alles was ihr braucht ist ein kleiner Blitz und eine weisse Wand. Bei grösseren Räumen kann ein weisser Aufheller fürs Gesicht zusätzlich noch Wunder wirken.

Trickkiste – ETTL per Funk für Reportagefotos

Im Januar habe ich die Hochzeit von Tom & Gabi begleitet. Die beiden haben eine absolut traumhafte Winterhochzeit gefeiert, entsprechendes Wetter inklusive. Frischer Schnee bedeckte das Mittelland. Was grundsätzlich eine einmalige Stimmung für eine Hochzeitsreportage bedeutet, macht die Fotografie beim morgendlichen Brautstyling jedoch nicht gerade leichter. Der Vormittag war trüb mit leichtem Schneefall, entsprechend wenig Tageslicht war vorhanden um das Wohnzimmer der Braut durch die grossen Fenster zu beleuchten.

Dies ist eine klassische Situation in der man als Fotograf etwas in die Trickkiste greifen muss.

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Um trotz der schwierigen Lichtverhältnisse, freundliche und helle Fotos machen zu können, habe ich mich zweier Canon Speedlights 580EXII bedient, welche ich mittels Pocket Wizard TT1/TT5 Remote Triggern ferngesteuert habe. Grosser Vorteil der Pocket Wizard Funkstrecke, sie ist komplett ETTL tauglich. Zusätzlich ausgerüstet mit einem AC3 ZoneController lassen sich Blitze in 3 Gruppen einzeln ansteuern. Dabei stehen dem Fotografen drei grundlegende Funktionen zur Auswahl. Ausschalten der Gruppe, ETTL, und manuelles Blitzen. Im ETTL Modus sowie auch im manuellen Modus kann man bequem über ein Rädchen am ZoneController die Leistung der Blitzgruppen steuern. Für den ETTL Modus steuert man eine Belichtungskorrektur von +/- 3 Blenden, im manuellen Modus kann man den Blitz von 1/1 bis 1/128 der Leistung in Drittelstufen regeln. Dies alles von der Kamera aus, ohne dass man den Blitz nochmals in die Hand nehmen muss.

Damit die Lichtsituation möglichst natürlich bleibt, habe ich meine beiden Blitze leicht seitlich versetzt unterhalb der Fenster platziert und anschliessend die Wand/Decke damit angeblitzt. Zur Belichtung meiner Fotos habe ich nun das reflektierende Licht benutzt (siehe Skizze).

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Von meinem Aufnahmewinkel her, kam nun die Hauptbeleuchtung mehrheitlich aus Richtung der Fenster, was schöne Highlights an den Gesichtern und Silhouetten der Braut und Visagistin erzeugt hat. Die Kamera war dabei im manuellen Modus und mit einer Unterbelichtung von ca. -1.5 Blenden zum vorhanden Raumlicht eingestellt (so dass die Fenster gerade leicht ausgebrannt sind). Den Rest hat nun die Belichtungsmessung mit Blitzautomatik und den beiden Speedlights erledigt.

Aufbauzeit für so ein Setup beträgt ca. 5min inkl. Einstellen der Kamera und justieren der ETTL Blitzbelichtungskorrektur.

Hier nun noch ein paar Fotos aus der Serie die ich mit dem obigen Technik fotografiert habe.

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Blog News 2013

Liebe Blogleser

Lange war es ruhig auf meinem Blog. Was 2009 als Gemeinschaftsprojekt gestartet ist, möchte ich von nun an als Platform für Einblicke hinter die Kulissen meiner eigenen Projekte und Produktionen nutzen. Neben Behind the Scenes Beiträgen (welche teilweise auch mal nur aus Fotos bestehen werden), wird es auch weiterhin immer wieder Postings technischer Natur geben. Zum Beispiel die Vorstellung von Technik die ich in meinem Alltag nutze.

Im Rahmen dieser Änderungen auf meinem Blog hat sich auch das Layout vereinfacht und kommt nun wesentlich schlichter daher. Zusätzlich habe ich alle alten Beiträge von Gastautoren aus dem Blog entfernt. Ältere Beiträge von mir werde ich zudem laufend überarbeiten oder teilweise auch komplett aus dem Blog entfernen.

Ich hoffe dass ihr trotz dieser Änderungen weiterhin Spass an den Inhalten meines Blogs habt. Die Kommentarfunktion bleibt natürlich offen und ihr seid herzlich eingeladen Beiträge zu kommentieren und zu diskutieren.

In diesem Sinne wünsche ich euch allzeit gut Licht und verabschiede mich mit ein paar aktuellen Fotos aus meinem Portfolio, zu denen es bald etwas mehr hier auf dem Blog zu lesen gibt.

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Wechsel von Aperture zu Lightroom

Bereits seit längerem habe ich mir überlegt ob ein Wechsel von Apple Aperture zu Adobe Lightroom für mich Sinn machen könnte. Zurückgeschreckt hat mich bisher vorallem die Tatsache, dass ein Wechsel den Verlust alle RAW Einstellungen und Bewertungen aus Aperture mit sich bringt. Jedoch habe ich bereits seid längerem immer wieder mit Inkonsitenzen in der Aperture Mediathek gekämpft. Hinzu kam nun eine komplett zerschossene Mediathek durch einen Systemsturz, verursacht durch einen defekten RAM Riegel.

Da meine Aperture Mediathek sowie alle referenzierte Fotos auf einem externen RAID System (Promise R4) mit Thunderbolt Anschluss liegen, die Terrabyte Grenze bereits deutlich überschritten haben, führe ich die Backups nicht mittels TimeMachine sondern per Hand durch. Leider lag das letzte Backup bereits etwas zurück. Ich musste also notgedrungen entweder ein altes Backup nutzen oder die Datenbank neu erstellen lassen. Nachdem ich mit für die zweite Methode entschieden hatte und der Rebuild über Nacht lief, hatte ich noch mehr Inkonsitenzen in der Datenbank. Gelöschte referenzierte Fotos die auf dem RAID nicht mehr existierten, tauchten plötzlich als Vorschaubilder wieder auf. So als wenn Aperture zwar die Originale aus dem System gelöscht hat, aber nicht aus der eigenen Datenbank. So war jetzt ein perfekter Zeitpunkt gekommen um einen Wechsel auf Lightroom in Betracht zu ziehen.

Anfang Woche habe ich dann gesehen, dass es Lightroom bis Ende März mit 50% Rabatt bei Adobe zu kaufen gibt und direkt zugeschlagen. Kaum im Studio angekommen ging es ans Werk, die Bilddaten von Aperture in Lightroom zu importieren. Wer ebenfalls solch einen Wechsel in Betracht zieht, die Fotos müssen in einer Ordnerstruktur im Dateisystem des MAC’s vorliegen. Dies war bei mir bereits gegeben, somit gestaltete sich der Import denkbar einfach.

In Lightroom einmal auf Import klicken, den Stammordner des Bildarchivs auswählen und schon gehts los. Der Import von gut 80’000 Fotos hat keinen 2h gedauert inkl. erstellen von Vorschaubildern. Einziger Wermutstropfen ist effektiv der Verlust alle Bildbewertungen und RAW Einstellungen. Sollte ich jedoch nochmals auf alte Bilddaten zugreifen müssen, bleibt Aperture einfach installiert und dient als Archivzugriff für bereits entwickelte Fotos.

Nun möchte ich aber direkt ein paar erste Erfahrungen teilen, die ich nach Abschluss der ersten zwei bearbeiteten Projekte mittels Lightroom sammeln konnte.

Der reine Wechsel im Software Handling von Aperture zu Lightroom ging bei mir sehr leicht von der Hand. Beide Programme sind sich in den Grundlagen sehr ähnlich. Natürlich muss man sich bei Lightroom erstmal an die etwas andere Tastatursteuerung gewöhnen. Dies ist aber eine kleine Sache, die innert 1-2 Arbeitswochen passieren sollte. Besonders eindrücklich für mich war die gute Integration ins Dateisystem von OSX. Die Archivverwaltung von Lightroom greift im Gegensatz zu Aperture direkt auf das Dateisystem zu. Erstelle, lösche oder verschiebe ich einen Ordner oder Bilder in Lightroom, so passiert selbiges direkt auch im Dateisystem. Etwas was Aperture trotzdem referenzierter Fotos nicht so umfangreich kann. Desweiteren ist die Eingabe von IPTC Metadaten in Lightroom mittels einfach zu erstellender Vorgaben in meinen Augen übersichtlicher gelöst.

Die RAW Konvertierung bietet in Lightroom im Vergleich zu Aperture einige kleine aber gewichtige Vorteile. So ist die s/w Konvertierung deutlich besser umgesetzt und auch das Modul zum Schärfen von Fotos ist Aperture massiv überlegen. Weiter kommt die bessere Integration in Photoshop daher. Aperture dagegen bietet die in meinen Augen aufgeräumtere Programmoberfläche, RGB Kanäle in den Gradationskurven, bessere Retusche (vielleicht hab ich auch einfach noch nicht wirklich rausgefunden wie Lightroom hier genau funktioniert).

Pro Lightroom

  • Stark ins Betriebssystem integrierte Dateiorganisation
  • Arbeiten auf 2 Display funktioniert einwandfrei (Aperture ist seid Lion in der Vollbildanzeige nur noch auf einem Monitor nutzbar)
  • Qualitativ hochwertige RAW Konvertierung (besonders Schärfen & s/w ist Aperture massiv überlegen)
  • Gute Exportfunktion die sehr schnell exportiert

Kontra Lightroom

  • Fehlende RGB Kanäle für Gradationskurven
  • Programmoberfläche nicht ganz so übersichtlich wie Aperture
  • Direktvergleich von zwei Fotos während des Entwickeln fehlt (oder ich habe sie noch nicht gefunden)
  • Ebenfalls beim Entwickeln lässt sich nicht mit einer Taste zwischen Entwicklung und Originalbild wechseln (oder ich habe die Funktion noch nicht gefunden) (Funktion gefunden, vielen Dank Lars!)

 

Als erstes kleines Fazit nach 3 Tagen mit Lightroom kann ich schonmal sagen, dass ich den Wechsel nicht bereut habe. Der Aufwand um jedoch alle Bildbewertungen und RAW Konvertierungen händisch zu übernehmen ist immens (und wohl auch nicht machbar). Hier wird Aperture als Archivsoftware weiterhin installiert bleiben.